GUT ÄLTER WERDEN. MITTENDRIN STATT NUR DABEI.

Bad Segeberg ist eine Stadt für alle Generationen.

Wir sprechen viel darüber, welche Perspektiven wir Kindern und Jugendlichen bieten, wie wir Familien unterstützen und wie wir unsere Stadt für junge Menschen attraktiv halten.

Das ist wichtig und richtig.

Aber genauso wichtig ist für mich die Frage, wie Menschen in Bad Segeberg gut älter werden können.

Denn unsere Stadt ist für viele Menschen seit Jahrzehnten ihr Zuhause. Sie haben hier gearbeitet, Familien gegründet, sich in Vereinen engagiert und unsere Stadt mitgestaltet.

Und selbstverständlich sollen sie auch im Alter die Möglichkeit haben, möglichst lange selbstbestimmt und mitten in unserer Stadt zu leben.

Dabei geht es mir nicht darum, ältere Menschen grundsätzlich als hilfsbedürftig zu betrachten.

Viele sind bis ins hohe Alter aktiv, sportlich, gesellschaftlich engagiert und aus unserem Ehrenamt überhaupt nicht wegzudenken.

Andere benötigen Unterstützung, weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt oder der Alltag schwieriger geworden ist.

Beiden Lebenswirklichkeiten müssen wir gerecht werden.

WAS HABEN WIR BEREITS ERREICHT?

Auch wenn Seniorinnen und Senioren in meinem Programm von 2020 kein eigenständiger Themenblock waren, haben wir in den vergangenen Jahren einiges auf den Weg gebracht, das gerade für ältere Menschen von Bedeutung ist.

Bei der Entwicklung neuer Wohnangebote berücksichtigen wir zunehmend die Bedürfnisse unterschiedlicher Lebensphasen.

Wir haben in unsere öffentliche Infrastruktur investiert, die Barrierefreiheit verbessert und mit unserem Stadtbus ein Angebot, das auch Menschen ohne eigenes Auto Mobilität ermöglicht.

Mit der Sanierung des Hallenbades haben wir zudem eine wichtige Einrichtung für Gesundheit, Bewegung und gesellschaftliche Teilhabe erhalten und deutlich barrierefreier gestaltet.

Das sind keine Maßnahmen ausschließlich für ältere Menschen.

Aber genau darum geht es mir: Eine lebenswerte Stadt sollte möglichst für alle Generationen funktionieren.

SELBSTBESTIMMT WOHNEN – MÖGLICHST LANGE IM VERTRAUTEN UMFELD

Viele Menschen möchten auch im Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

Das kann ich gut verstehen.

Hier leben Freunde und Nachbarn, hier kennt man sich aus und hier hat man über viele Jahre sein Leben gestaltet.

Deshalb brauchen wir Wohnangebote, die auch dann noch funktionieren, wenn Treppen zum Hindernis werden oder ein großes Haus irgendwann mehr Arbeit als Freude macht.

Bereits 2020 habe ich generationenübergreifende und alternative Wohnformen thematisiert.

Inzwischen unterstützen wir die Entwicklung barrierefreier und seniorengerechter Wohnungen. Auch eine ursprünglich für ein anderes Wohnprojekt vorgesehene Fläche soll künftig für seniorengerechtes Wohnen genutzt werden.

Dabei hat das Ganze noch einen weiteren positiven Effekt.

Wenn ältere Menschen eine passende Wohnung in ihrer vertrauten Umgebung finden, können größere Häuser wieder für junge Familien verfügbar werden.

Manchmal lässt sich Wohnraum also nicht nur durch Neubau schaffen, sondern auch dadurch, dass wir die richtigen Angebote für unterschiedliche Lebensphasen ermöglichen.

MOBILITÄT IST EIN STÜCK FREIHEIT

Wer nicht mehr selbst Auto fahren kann oder möchte, darf deshalb nicht vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten sein.

Ein Arztbesuch, der Einkauf, ein Treffen mit Freunden oder der Besuch einer Veranstaltung sollten möglichst auch ohne eigenes Auto möglich sein.

Deshalb ist unser Stadtbus für mich weit mehr als ein Verkehrsmittel.

Er ist ein Stück Selbstständigkeit.

Gleichzeitig müssen wir bei der Entwicklung unserer Stadt stärker darauf achten, dass Gehwege sicher sind, Straßen gut überquert werden können und Menschen unterwegs auch einmal eine Sitzgelegenheit finden.

Mit unserem Mobilitätskonzept und den anstehenden Veränderungen rund um die B206, den ZOB und die Innenstadt haben wir die Gelegenheit, diese Fragen noch stärker zu berücksichtigen.

Denn eine Stadt wird nicht allein dadurch barrierearm, dass wir Rampen bauen.

Sie muss im Alltag funktionieren.

EINSAMKEIT DARF UNS NICHT GLEICHGÜLTIG SEIN

Ein Thema liegt mir besonders am Herzen.

Einsamkeit.

Sie kann jeden Menschen treffen, unabhängig vom Alter.

Aber gerade im höheren Lebensalter verändern sich häufig die sozialen Kontakte. Der Partner verstirbt, Freunde sind nicht mehr da, die Mobilität nimmt ab oder die Familie lebt weit entfernt.

Dann kann aus einem selbstständigen Leben plötzlich ein sehr stilles Leben werden.

Dabei brauchen Menschen Begegnungen.

Ein Gespräch, eine gemeinsame Aktivität, ein Besuch oder einfach das Gefühl, dazuzugehören.

Wir haben in Bad Segeberg viele Vereine, Kirchengemeinden, soziale Einrichtungen und ehrenamtliche Initiativen, die hier bereits wertvolle Arbeit leisten.

Diese Strukturen möchte ich weiter stärken.

Und ich möchte gemeinsam mit den Beteiligten überlegen, wie wir insbesondere diejenigen besser erreichen können, die von sich aus nicht mehr zu Veranstaltungen oder Treffpunkten kommen.

Denn nicht immer braucht es dafür ein neues Gebäude oder ein großes Förderprogramm.

Manchmal braucht es einfach Menschen, die sich Zeit nehmen.

DIGITALISIERUNG MUSS DAS LEBEN LEICHTER MACHEN

Wir haben in den vergangenen Jahren begonnen, unsere Stadtverwaltung umfassend zu modernisieren.

Digitale Dienstleistungen, elektronische Akten, Online-Terminvereinbarungen und weitere Angebote sollen Verwaltungsabläufe einfacher machen.

Diesen Weg möchte ich konsequent fortsetzen.

Aber dabei dürfen wir eines nicht vergessen:

Nicht jeder Mensch nutzt ein Smartphone. Nicht jeder möchte seine Angelegenheiten ausschließlich online erledigen. Und nicht jeder fühlt sich im Umgang mit digitalen Anwendungen sicher.

Deshalb gehören für mich Digitalisierung und persönliche Erreichbarkeit untrennbar zusammen.

Wer digitale Angebote nutzen möchte, soll davon profitieren.

Wer persönliche Unterstützung benötigt, soll diese weiterhin bekommen können.

Denn moderne Verwaltung ist nicht die Verwaltung, die möglichst viele Schalter abschafft.

Modern ist eine Verwaltung, die für die Menschen funktioniert.

ERFAHRUNG IST EIN WERT, DEN WIR NUTZEN SOLLTEN

Viele unserer Vereine, sozialen Einrichtungen und ehrenamtlichen Initiativen würden ohne ältere Menschen kaum funktionieren.

Sie bringen Zeit, Erfahrung, Wissen und häufig eine beeindruckende Bereitschaft mit, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Das verdient Anerkennung.

Mit unserem Seniorenbeirat haben wir außerdem eine wichtige Interessenvertretung, die die Belange älterer Menschen in die kommunalpolitische Arbeit einbringt.

Mir ist wichtig, dass diese Erfahrungen und Perspektiven auch künftig Gehör finden.

Gerade wenn wir über Mobilität, Barrierefreiheit, Wohnen oder die Gestaltung öffentlicher Räume sprechen, sollten diejenigen frühzeitig beteiligt werden, die diese Angebote später nutzen.

Denn Beteiligung ist keine Frage des Alters.

GENERATIONEN VERBINDEN STATT TRENNEN

Bei all diesen Überlegungen möchte ich eines vermeiden:

Dass wir unsere Stadt in einzelne Altersgruppen aufteilen, für die wir jeweils eigene Angebote entwickeln, ohne darüber nachzudenken, wie Menschen zusammenkommen.

Natürlich haben Jugendliche andere Bedürfnisse als Seniorinnen und Senioren.

Aber viele Dinge verbinden die Generationen.

Öffentliche Plätze, Grünanlagen, Kulturveranstaltungen, Sportangebote, unsere Stadtbücherei oder das Hallenbad sind Orte, an denen Menschen ganz unterschiedlichen Alters zusammenkommen können.

Und genau solche Begegnungen brauchen wir.

Ich kann mir gut vorstellen, gemeinsam mit Schulen, Vereinen und sozialen Einrichtungen weitere generationenübergreifende Projekte zu entwickeln.

Junge Menschen können beispielsweise bei digitalen Fragen unterstützen. Ältere Menschen können ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten weitergeben.

Davon können beide Seiten profitieren.

GUT ÄLTER WERDEN IST TEIL UNSERER STADTENTWICKLUNG

Mit unserem Integrierten Stadtentwicklungskonzept haben wir einen langfristigen Rahmen für die Entwicklung Bad Segebergs geschaffen.

Dabei geht es nicht nur um neue Gebäude, Straßen oder Wohngebiete.

Es geht darum, wie Menschen künftig in unserer Stadt leben.

Und deshalb müssen wir bei jeder größeren Entwicklung auch die Frage stellen, welche Auswirkungen sie auf ältere Menschen hat.

Sind wichtige Einrichtungen erreichbar?

Gibt es geeigneten Wohnraum?

Können Menschen auch ohne eigenes Auto am gesellschaftlichen Leben teilnehmen?

Sind öffentliche Räume so gestaltet, dass sie möglichst von allen genutzt werden können?

Und gibt es Orte, an denen Menschen miteinander in Kontakt kommen?

Diese Fragen gehören für mich genauso zur Stadtentwicklung wie Bebauungspläne und Verkehrskonzepte.

EINE STADT, IN DER MAN GERNE ÄLTER WIRD

Wenn ich auf die kommenden Jahre schaue, wünsche ich mir ein Bad Segeberg, in dem Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können.

Eine Stadt, in der ältere Menschen nicht nur versorgt werden, sondern aktiv dazugehören.

In der wir ihre Erfahrungen wertschätzen, ihre Bedürfnisse ernst nehmen und Begegnungen zwischen den Generationen ermöglichen.

Nicht jede Herausforderung lässt sich durch die Stadtverwaltung lösen.

Gerade beim Thema Einsamkeit brauchen wir Menschen, Vereine, Nachbarschaften und soziale Einrichtungen, die füreinander da sind.

Aber wir können als Stadt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass dieses Miteinander gelingt.

Denn am Ende bemisst sich Lebensqualität nicht allein daran, wie viele neue Wohnungen entstehen oder wie modern unsere Infrastruktur ist.

Sondern auch daran, ob Menschen sich wohlfühlen, Kontakte pflegen können und Teil unserer Gemeinschaft bleiben.

Bad Segeberg soll eine Stadt sein, in der man nicht nur gut aufwachsen und leben, sondern auch gut älter werden kann.

Daran möchte ich weiterarbeiten.

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