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Woran Sie mich messen können

Sieben Grundsätze. Ein Anspruch.

Als ich 2020 erstmals für das Amt des Bürgermeisters kandidiert habe, habe ich sieben Grundsätze formuliert, für die ich stehen und an denen ich mich messen lassen wollte:

Bürgerbeteiligung. Überparteiliche Arbeit. Offenheit, Respekt und Wertschätzung. Transparente Entscheidungen. Mut und Tatkraft. Moderne Kommunikation und Digitalisierung. Teamwork und innovatives Arbeiten.

Das waren damals keine klassischen Wahlversprechen und auch keine Liste einzelner Projekte.

Es ging mir vielmehr um die Frage: Wie möchte ich Bürgermeister sein?

Nach mehr als fünf Jahren im Amt und meiner Wiederwahl am 1. November 2026 hat sich an diesen Grundsätzen nichts geändert.

Aber ich weiß heute sehr viel genauer, was sie im Alltag bedeuten. Wie wichtig sie sind, wie anspruchsvoll ihre Umsetzung manchmal sein kann und dass auch ich ihnen nicht immer in jeder Situation gerecht werde.

Deshalb sollen sie auch in den kommenden sechs Jahren mein Maßstab bleiben.

1. Zuhören und beteiligen

Bürgerbeteiligung beginnt für mich nicht erst mit einem offiziellen Beteiligungsverfahren.

Sie beginnt im persönlichen Gespräch. Auf dem Wochenmarkt, bei Veranstaltungen, in Vereinen, bei Gesprächen im Rathaus oder manchmal auch ganz spontan auf der Straße.

Ich möchte wissen, was die Menschen in Bad Segeberg bewegt. Welche Ideen sie haben, was gut funktioniert und wo sie Probleme sehen.

Gerade bei größeren Projekten ist es wichtig, diejenigen frühzeitig einzubeziehen, die von Entscheidungen betroffen sind.

Dabei gehört zur Ehrlichkeit allerdings auch: Nicht jeder Wunsch lässt sich erfüllen. Es gibt unterschiedliche Interessen, rechtliche Vorgaben und finanzielle Grenzen.

Beteiligung bedeutet für mich deshalb nicht, allen alles zu versprechen. Sondern zuzuhören, Argumente ernst zu nehmen und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.

Und manchmal bedeutet es auch, eine eigene Vorstellung noch einmal zu überdenken.

2. Die beste Idee zählt

Ich bin parteiloser Bürgermeister. Und das aus Überzeugung.

Die Stadtvertretung besteht aus unterschiedlichen politischen Kräften. Sie vertreten verschiedene Vorstellungen davon, wie sich Bad Segeberg entwickeln soll.

Das ist kein Hindernis, sondern gehört zu unserer Demokratie.

Meine Aufgabe als Bürgermeister sehe ich darin, mit allen demokratischen Kräften konstruktiv zusammenzuarbeiten, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und tragfähige Lösungen zu ermöglichen.

Dabei muss man nicht immer einer Meinung sein. Man darf auch deutlich widersprechen und unterschiedliche Positionen vertreten.

Entscheidend ist für mich, dass die Sache im Mittelpunkt bleibt.

Ein Grundsatz aus meinem ersten Wahlkampf gilt deshalb unverändert:

Für eine gute Idee ist mir ziemlich egal, von wem sie kommt. Entscheidend ist, ob sie Bad Segeberg weiterbringt.

3. Respekt – auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind

Kommunalpolitik lebt von Diskussionen. Und manchmal wird dabei auch leidenschaftlich gestritten.

Das ist völlig in Ordnung.

Nicht in Ordnung finde ich es allerdings, wenn aus sachlichen Meinungsverschiedenheiten persönliche Angriffe werden.

Offenheit, Respekt und Wertschätzung sind für mich keine Floskeln. Sie sind die Grundlage dafür, dass Zusammenarbeit überhaupt funktionieren kann.

Das gilt für den Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern genauso wie für die Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Unternehmen, Vereinen und Ehrenamt.

Respekt bedeutet dabei nicht, jeder Aussage zuzustimmen oder auf eine klare eigene Haltung zu verzichten.

Man darf unterschiedlicher Meinung sein. Man darf auch deutlich sagen, wenn man etwas für falsch hält.

Aber wir sollten immer so miteinander umgehen, dass wir uns anschließend noch in die Augen schauen können.

Diesen Anspruch stelle ich auch an mich selbst.

4. Entscheidungen verständlich machen

Kommunale Entscheidungen sind häufig komplizierter, als sie auf den ersten Blick erscheinen.

Hinter vielen Vorhaben stehen rechtliche Vorgaben, finanzielle Grenzen, unterschiedliche Interessen oder Abhängigkeiten, die von außen nicht immer sichtbar sind.

Deshalb halte ich es für wichtig, Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch zu erklären.

Warum wird etwas gemacht? Warum dauert es länger als geplant? Weshalb lässt sich eine vermeintlich einfache Lösung nicht umsetzen? Und wer ist eigentlich für welche Entscheidung verantwortlich?

Nicht alles kann öffentlich besprochen werden. Personalangelegenheiten, vertrauliche Verhandlungen und rechtlich geschützte Informationen setzen klare Grenzen.

Aber innerhalb dieser Grenzen möchte ich möglichst offen und verständlich kommunizieren.

Dazu gehört für mich auch, Schwierigkeiten nicht schönzureden.

Wenn ein Projekt ins Stocken gerät, Kosten steigen oder ein Ziel nicht erreicht wird, sollte man das benennen.

Transparenz bedeutet für mich nicht, dass immer alles nach Plan läuft. Sondern ehrlich zu erklären, was passiert – auch dann, wenn es unbequem ist.

5. Entscheiden und Verantwortung übernehmen

Zuhören, diskutieren und abwägen sind wichtig.

Aber irgendwann muss auch entschieden werden.

Bereits 2020 habe ich deshalb Mut, Tatkraft und Entscheidungskraft zu meinen Grundsätzen erklärt.

Heute würde ich noch etwas ergänzen: Eine Entscheidung zu treffen ist häufig nur der Anfang.

Die eigentliche Arbeit beginnt oft erst danach.

Dann geht es darum, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, Beteiligte zusammenzubringen, Finanzierungsmöglichkeiten zu finden und ein Vorhaben tatsächlich bis zur Umsetzung zu begleiten.

Das braucht manchmal Geduld. Manchmal Beharrlichkeit. Und gelegentlich auch die Bereitschaft, eine unbequeme Entscheidung zu vertreten.

Nicht jede Entscheidung wird allen gefallen. Und auch ich werde nicht immer richtigliegen.

Wichtig ist mir deshalb, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu korrigieren.

Denn am Ende zählt nicht, wie viel wir angekündigt haben, sondern was tatsächlich daraus geworden ist.

6. Eine moderne Verwaltung, die für die Menschen da ist

Digitalisierung und moderne Kommunikation waren bereits 2020 wichtige Themen für mich.

Daran hat sich nichts geändert.

Im Gegenteil: Die Anforderungen an eine leistungsfähige Verwaltung wachsen. Gleichzeitig werden Personal und finanzielle Mittel nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Deshalb müssen wir bestehende Abläufe immer wieder hinterfragen und nach Möglichkeiten suchen, unsere Arbeit einfacher, schneller und effizienter zu gestalten.

Digitale Angebote können dabei viel erleichtern: Anträge online stellen, Termine vereinbaren, Anliegen melden oder Informationen unkompliziert erhalten.

Aber Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein.

Nicht jeder Mensch möchte oder kann alles digital erledigen. Deshalb müssen persönliche Ansprechpartner und erreichbare Verwaltungsangebote weiterhin selbstverständlich bleiben.

Moderne Verwaltung bedeutet für mich außerdem, auch die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterzuentwickeln.

Denn eine gute Verwaltung braucht nicht nur moderne Technik, sondern vor allem Menschen, die ihre Aufgaben gerne und gut erledigen können.

Mein Anspruch ist eine Verwaltung, die zuverlässig arbeitet, verständlich kommuniziert und sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.

7. Gemeinsam geht mehr

Kein Bürgermeister entwickelt eine Stadt allein.

Hinter jedem größeren Projekt stehen Menschen, die planen, organisieren, Entscheidungen vorbereiten, Verantwortung übernehmen und am Ende dafür sorgen, dass etwas funktioniert.

Das sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Mitglieder der Stadtvertretung, Ehrenamtliche, Vereine, Unternehmen, Verbände und viele weitere Beteiligte.

In den vergangenen Jahren habe ich noch einmal deutlich erlebt, wie wichtig gute Zusammenarbeit ist.

Dabei geht es nicht nur darum, Aufgaben zu verteilen.

Es geht um Vertrauen, gegenseitigen Respekt, klare Verantwortlichkeiten und die Bereitschaft, auch einmal andere Wege auszuprobieren.

Nicht jede gute Idee entsteht im Rathaus. Und nicht jede Lösung muss dort entwickelt werden.

Ich möchte deshalb auch künftig Menschen zusammenbringen, Eigeninitiative unterstützen und offen bleiben für neue Ansätze.

Innovation bedeutet für mich übrigens nicht, jedem neuen Trend hinterherzulaufen.

Manchmal ist die beste Innovation schlicht die Erkenntnis, dass man etwas, das man seit zwanzig Jahren auf dieselbe Weise macht, vielleicht auch einfacher erledigen könnte.

Gute Zusammenarbeit erkennt man für mich nicht daran, wer am Ende den Erfolg für sich beansprucht, sondern daran, was wir gemeinsam erreicht haben.

Und was bedeutet das für die kommenden sechs Jahre?

2020 stand auf dieser Website die Überschrift:

„Ich stehe für …“

Heute lautet sie:

„Woran Sie mich messen können.“

Diesen Unterschied finde ich wichtig.

Denn nach mehr als fünf Jahren als Bürgermeister kann und möchte ich nicht nur darüber sprechen, welche Grundsätze mir wichtig sind.

Ich muss mich auch daran messen lassen, ob sie sich in meiner täglichen Arbeit wiederfinden.

Ob mir das in den vergangenen Jahren immer gelungen ist? Sicherlich nicht.

Es gab Entscheidungen, die ich heute vielleicht anders treffen würde. Projekte, bei denen ich mir mehr Tempo gewünscht hätte. Und Situationen, in denen die Zusammenarbeit besser hätte funktionieren können.

Auch das gehört zur Verantwortung.

Am 1. November 2026 haben mir die Bürgerinnen und Bürger von Bad Segeberg erneut ihr Vertrauen geschenkt.

Dieses Vertrauen ist für mich keine Selbstverständlichkeit und schon gar kein Freifahrtschein.

Es ist der Auftrag, auch in den kommenden sechs Jahren gute Arbeit zu leisten, offen für Kritik zu bleiben und Verantwortung für die Entwicklung unserer Stadt zu übernehmen.

An meinen sieben Grundsätzen hat sich nichts geändert.

Aber nach fünf Jahren weiß ich noch besser, dass es nicht reicht, sie aufzuschreiben.

Man muss sie jeden Tag aufs Neue mit Leben füllen.

Und genau daran dürfen Sie mich messen.

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