2020 habe ich mir vorgenommen, Tourismus, Kultur und die Geschichte unserer Stadt stärker miteinander zu verbinden.
Bad Segeberg hat außergewöhnlich viel zu bieten: den Kalkberg und die Kalkberghöhlen, die Karl-May-Spiele, den Großen Segeberger See, unsere historische Innenstadt, Museen und Kulturorte und vor allem zahlreiche Menschen, die sich haupt- und ehrenamtlich für Kultur, Geschichte und unsere Stadt engagieren. Die Stadt selbst beschreibt diese Vielfalt heute vom historischen Bürgerhaus und der Wollspinnerei Blunck bis zur Kunsthalle Otto Flath und einem ganzjährigen Kulturangebot.
Mein Anspruch war und ist: Diese Stärken dürfen nicht nebeneinanderstehen. Wir müssen sie miteinander verbinden, weiterentwickeln und gemeinsam vermarkten – für Bad Segeberg und für unsere gesamte Region.
WAS IST DARAUS GEWORDEN?
In den vergangenen fünf Jahren hat sich viel bewegt. Wir haben touristische Angebote modernisiert, Kulturorte gestärkt, neue Veranstaltungsformate geschaffen, unsere Geschichte sichtbarer gemacht und die Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinaus intensiviert.
Dabei zeigt sich für mich immer deutlicher: Tourismus, Kultur und Geschichte sind keine getrennten Bereiche. Gemeinsam prägen sie die Identität und die Attraktivität Bad Segebergs.
UNSERE TOURISTISCHEN AUSHÄNGESCHILDER STÄRKEN
Die Karl-May-Spiele bleiben unser größtes touristisches Aushängeschild. Von ihrer enormen Strahlkraft profitieren nicht nur die Spiele selbst, sondern unsere gesamte Region – Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und zahlreiche weitere Betriebe.
Deshalb wollen wir Karl May noch stärker mit unserer Stadt verbinden. Mit Formaten wie „Eine Stadt spielt Karl May“ holen wir den Wilden Westen bewusst vom Kalkberg in die Innenstadt und schaffen zusätzliche Anlässe für unsere Gäste, Bad Segeberg zu entdecken.
Auch das Noctalis haben wir modernisiert und weiterentwickelt. Die Erlebniswelt rund um Fledermäuse und Kalkberghöhle ist heute nicht nur ein attraktives touristisches Angebot, sondern ebenso ein besonderer Lernort für Schulen und ein spannendes Ausflugsziel für die Menschen aus Bad Segeberg und der Region.
Unser Anspruch bleibt, diese besonderen Angebote weiterzuentwickeln und stärker miteinander zu verbinden.
BAD SEGEBERG HAT ETWAS ZU BIETEN
Besonders sichtbar wird die Entwicklung bei unseren Veranstaltungen.
2026 ist das veranstaltungsreichste Jahr in der Geschichte Bad Segebergs.
Vom European Peoples‘ Festival über Seefest, Weinfest und Oktoberfest bis zum Winterzauber und vielen weiteren Veranstaltungen bietet unsere Stadt eine Vielfalt wie nie zuvor.
Ein ganz besonderes Ereignis war dabei das European Peoples‘ Festival. Bad Segeberg war nach 2001 und 2014 bereits zum dritten Mal Gastgeber. Eine Woche lang wurde mitten in unserer Stadt europäische Gemeinschaft mit Sport, Kultur, Begegnung und einem täglichen Bühnenprogramm gelebt. Das EPF-Netzwerk selbst umfasst 16 europäische Kleinstädte. 2026 durften wir Gäste aus zwölf Nationen in Bad Segeberg begrüßen.
Hinzu kommen die vielen Veranstaltungen unserer Vereine und Kulturschaffenden und beispielsweise die regelmäßigen Konzerte in der Oase.
All diese Veranstaltungen bringen Menschen zusammen. Sie beleben unsere Innenstadt und stärken gleichzeitig Gastronomie, Handel und Tourismus.
TOURISMUS ENDET NICHT AN DER STADTGRENZE
Ein besonderer Erfolg der vergangenen Jahre ist für mich die stärkere interkommunale Zusammenarbeit im Tourismus.
Bad Segeberg arbeitet inzwischen seit mehreren Jahren eng mit der Stadt Wahlstedt und der Gemeinde Trappenkamp zusammen. Gemeinsam entwickeln und vermarkten wir touristische Angebote für unsere Region.
So ist unter anderem ein gemeinsamer Radtouren-Guide mit zwölf unterschiedlichen Touren entstanden. Gleichzeitig haben wir einen gemeinsamen Ortsplan für alle drei Kommunen entwickelt. 2026 wurde dieser erneut weiterentwickelt und um Wanderrouten ergänzt.
Denn ein Gast fragt nicht danach, an welcher Gemeindegrenze ein interessantes Angebot endet. Er möchte wissen: Was kann ich hier erleben?
Interkommunale Zusammenarbeit ist deshalb für uns kein Schlagwort mehr. Wir leben sie ganz praktisch.
Auch mit der WKS pflegen wir einen guten Austausch. Nachdem die WKS ihre eigenen Bestrebungen im Tourismus eingestellt hat, wird sie insbesondere bei der gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung unserer Region weiterhin eine wichtige Partnerin sein.
MODERNE ANGEBOTE FÜR UNSERE GÄSTE
Auch unsere Tourist-Information haben wir in den vergangenen Jahren weiterentwickelt.
Digitale Angebote ermöglichen es heute, Bad Segeberg selbstständig zu erkunden. Gleichzeitig haben wir Stadtführerinnen und Stadtführer ausgebildet, die unseren Gästen die Stadt persönlich und mit ihren ganz eigenen Geschichten näherbringen.
Die Tourist-Information bietet heute neben klassischen Informationen unter anderem Stadtführungen, Geocaching und Erlebnistouren, Rad- und Wanderinformationen sowie einen zentralen Online-Veranstaltungskalender an.
Für mich gehört beides zusammen: Digitalisierung dort, wo sie einen Mehrwert bietet – und persönliche Begegnung dort, wo Menschen eine Stadt mit ihren Geschichten lebendig machen.
Die touristische Nachfrage zeigt zugleich eine neue Herausforderung: Unsere Übernachtungskapazitäten stoßen insbesondere zu Spitzenzeiten an ihre Grenzen. Das ist einerseits ein Erfolg, andererseits ein Auftrag, über zusätzliche Angebote und die weitere touristische Entwicklung Bad Segebergs nachzudenken.
KULTUR BRAUCHT ORTE
Kultur braucht nicht nur Veranstaltungen. Sie braucht Orte, an denen sie entstehen und erlebt werden kann.
Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren auch in unsere kulturelle Infrastruktur investiert.
Die Kunsthalle Otto Flath wurde als inklusives Museum weiterentwickelt. Sie steht beispielhaft dafür, dass Kultur möglichst vielen Menschen zugänglich sein sollte.
Mit der Wollspinnerei Blunck wird derzeit ein weiterer außergewöhnlicher Ort unserer Stadtgeschichte saniert und für die Zukunft erhalten. Die historische Wollspinnerei wurde 1852 gegründet und ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen Industrialisierung unserer Stadt.
Auch unser Museum Segeberger Bürgerhaus haben wir gemeinsam mit den dort engagierten Akteuren langfristig abgesichert.
VORHANDENE NETZWERKE STÄRKEN
2020 habe ich auch darüber gesprochen, Kultur, Sport und Ehrenamt stärker miteinander zu vernetzen.
Dabei müssen wir nicht für jedes Ziel eine neue Organisation schaffen. Mit dem KulturKontor, bestehenden Kulturnetzwerken und unseren zahlreichen Vereinen gibt es bereits gewachsene Strukturen.
Diese zu unterstützen und miteinander zu verbinden, ist für mich sinnvoller, als zusätzliche Strukturen nur um ihrer selbst willen zu schaffen.
Entscheidend ist nicht das Schild an der Tür. Entscheidend ist, dass Menschen miteinander sprechen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam mehr möglich machen.
UNSERE GESCHICHTE NICHT VERGESSEN
Zu meinem Anspruch von 2020 gehörte ausdrücklich auch, die Geschichte Bad Segebergs weiter aufzuarbeiten.
In den vergangenen fünf Jahren haben wir uns intensiv mit unserer Stadtgeschichte beschäftigt. Einen großen Anteil daran haben ehrenamtliche Historikerinnen und Historiker, die mit viel Zeit und Leidenschaft forschen, dokumentieren und Geschichte vermitteln. Diese Arbeit haben und werden wir als Stadt unterstützen.
Die Stolpersteine, unsere Gedenkveranstaltungen und zahlreiche weitere Projekte erinnern dabei auch an die dunklen Kapitel unserer Geschichte. Die Stolpersteine werden von der Stadt selbst als Bestandteil ihrer historischen und musealen Angebote geführt.
Besonders wertvoll finde ich, dass dabei immer wieder Schülerinnen und Schüler und damit die nächste Generation beteiligt werden.
Denn Erinnerungskultur darf nicht irgendwann im Archiv enden. Geschichte muss weitergegeben, diskutiert und verstanden werden.
WENN GESCHICHTE WIEDER LEBENDIG WIRD
Gleichzeitig nutzen wir moderne Möglichkeiten, um Geschichte völlig neu erfahrbar zu machen.
Mit unserem VR-Modell können wir Bad Segeberg im Jahr 1644 erleben. Menschen können virtuell in die historische Stadt eintauchen und einen Eindruck davon bekommen, wie Bad Segeberg vor fast 400 Jahren ausgesehen hat.
Für mich ist das ein hervorragendes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn wir Geschichte, Kultur und Digitalisierung miteinander verbinden.
Wir bewahren unsere Vergangenheit nicht nur – wir finden neue Wege, sie für heutige und kommende Generationen erlebbar zu machen.
KULTUR IST KEIN LUXUS.
An einem Satz aus meinem Programm von 2020 halte ich ausdrücklich fest:
Kultur darf Geld kosten. Sie muss es uns wert sein.
Natürlich müssen wir mit öffentlichen Mitteln verantwortungsvoll umgehen. Aber eine Stadt, die ausschließlich ihre Pflichtaufgaben erfüllt, wäre vielleicht funktionstüchtig – lebenswert wäre sie deshalb noch lange nicht.
Kultur schafft Identität. Sie bringt Menschen zusammen, ermöglicht Begegnung und macht eine Stadt unverwechselbar.
Deshalb haben wir Kulturorte gestärkt, Veranstaltungen ermöglicht und neue Angebote entwickelt.
TOURISMUS, KULTUR UND GESCHICHTE GEMEINSAM DENKEN.
Wenn ich heute auf meinen Anspruch von 2020 zurückblicke, sehe ich deshalb nicht nur einzelne Projekte.
Ich sehe zunehmend ein Gesamtbild:
Karl-May-Spiele und Noctalis. Seefest, EPF und Winterzauber. KulturKontor und Oase. Digitale und persönliche Stadtführungen. Kunsthalle Otto Flath, Bürgerhaus und Wollspinnerei. Stolpersteine und Gedenkarbeit. Historische Stadtgeschichte und moderne VR-Technik. Und eine touristische Zusammenarbeit, die inzwischen über unsere Stadtgrenzen hinausgeht.
All das gehört zu Bad Segeberg.
Unser Ziel für die kommenden Jahre muss sein, diese Angebote noch stärker miteinander zu verbinden und gemeinsam zu vermarkten. Denn die touristische Strahlkraft unserer Stadt ist zugleich eine große Chance für Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Wirtschaft.
Bad Segeberg hat viel zu erzählen, viel zu erleben und viel zu entdecken. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass noch mehr Menschen davon erfahren.


