Bad Segeberg weiterentwickeln. A20 als Chance nutzen.

Der Bau der A20 ist für Bad Segeberg eine historische Chance. Nach Jahrzehnten der Diskussion geht es jetzt nicht mehr nur darum, ob die Autobahn kommt. Entscheidend ist, was wir aus der Entlastung und den neuen Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Stadt machen.

Wo stehen wir heute?

Mit dem Baubeginn der A20 ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Bad Segeberg auf den Weg gebracht. Nach vielen Jahren des Stillstands wird die A20 gebaut – und damit rückt auch die notwendige Entlastung unserer Stadt vom Durchgangsverkehr näher.

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren bereits begonnen, Mobilität in Bad Segeberg umfassender zu betrachten. Mit SEMOKOplus stellen wir die Weichen für die Mobilität der kommenden Jahre. Dabei geht es nicht nur um das Auto, sondern ebenso um Busverkehr, Fahrrad, Fußverkehr, Barrierefreiheit und die bessere Verknüpfung unterschiedlicher Mobilitätsangebote.

Neue Infrastruktur wie die Bike+Ride-Anlage am ZOB, Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr oder der barrierefreie Umbau von Verkehrsbereichen zeigen, dass sich bereits etwas bewegt.

Trotzdem bleibt die Verkehrsbelastung heute deutlich spürbar. Insbesondere die B206 und weitere zentrale Verkehrsachsen prägen unsere Stadt und trennen teilweise Bereiche voneinander.

Die A20 allein macht Bad Segeberg deshalb noch nicht lebenswerter. Sie schafft aber die Voraussetzung dafür, unsere Stadt neu zu denken.

Was möchte ich bis 2033 erreichen?

Mein Ziel ist, die Entlastung durch die A20 konsequent für die weitere Entwicklung Bad Segebergs zu nutzen.

Weniger Durchgangsverkehr eröffnet die Chance, Straßenräume neu zu ordnen, Verbindungen zwischen den Stadtteilen zu verbessern und an geeigneten Stellen mehr Aufenthalts- und Lebensqualität zu schaffen.

Dabei möchte ich Verkehrsmittel nicht gegeneinander ausspielen. Mobilität muss für alle funktionieren – für Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, genauso wie für diejenigen, die Bus oder Fahrrad nutzen oder zu Fuß unterwegs sind.

Gleichzeitig müssen wir Mobilität und Stadtentwicklung stärker zusammendenken. Wo wir wohnen, arbeiten, einkaufen oder unsere Freizeit verbringen, entscheidet maßgeblich darüber, welche Wege entstehen.

Die A20 bietet deshalb weit mehr als eine verkehrliche Entlastung. Sie eröffnet Bad Segeberg neue Möglichkeiten für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Lebensqualität. Diese Chance möchte ich nutzen.

Was möchte ich konkret anpacken?

  • Die Chancen der A20 frühzeitig vorbereiten.
    Wir sollten nicht erst mit der Planung beginnen, wenn der Verkehr auf der A20 rollt. Schon vorher müssen wir gemeinsam überlegen und entscheiden, welche Möglichkeiten sich durch weniger Durchgangsverkehr für unsere Stadt ergeben.
  • SEMOKOplus konsequent in die Umsetzung bringen.
    Aus dem Mobilitätskonzept müssen konkrete, realistische und finanzierbare Maßnahmen entstehen. Dabei sollen alle Verkehrsarten berücksichtigt und sinnvoll miteinander verbunden werden.
  • Innenstadt und zentrale Verkehrsachsen neu denken.
    Weniger Durchgangsverkehr kann neue Möglichkeiten für Aufenthaltsqualität, Begrünung, sichere Wege und eine bessere Verbindung bislang stark vom Verkehr geprägter Bereiche schaffen. Diese Möglichkeiten möchte ich gemeinsam mit Politik und Stadtgesellschaft entwickeln.
  • ÖPNV bedarfsgerecht weiterentwickeln.
    Unsere Stadtbusverbindungen müssen sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren. Neue Wohngebiete, Arbeitsplätze, Schulen, Gesundheitsangebote und Gewerbestandorte müssen bei der weiteren Entwicklung des ÖPNV mitgedacht werden.
  • Rad- und Fußverkehr sicherer machen.
    Lücken im Netz sollen Schritt für Schritt geschlossen, Wege sicherer gestaltet und Barrierefreiheit bei Neu- und Umbauten von Anfang an berücksichtigt werden.
  • Mobilitätsangebote besser miteinander verbinden.
    Mit dem ZOB und der Bike+Ride-Anlage sind wichtige Grundlagen vorhanden. Diese Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel möchte ich weiterentwickeln. Dazu gehört für mich auch die Perspektive eines Mobility Hubs, an dem verschiedene Mobilitätsangebote gebündelt werden können.
  • Stadtentwicklung und Mobilität zusammendenken.
    Neue Wohnangebote, Gewerbeentwicklung, Innenstadt und Verkehr dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Kurze Wege und eine gute Erreichbarkeit müssen stärker Bestandteil unserer Stadtplanung werden.
  • Die wirtschaftlichen Chancen der A20 nutzen.
    Eine bessere überregionale Anbindung kann auch für Bad Segeberg als Wirtschafts-, Gesundheits- und Arbeitsplatzstandort neue Möglichkeiten eröffnen. Gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen und der Wirtschaftsförderung möchte ich frühzeitig daran arbeiten, diese Entwicklung sinnvoll zu gestalten.

Woran soll man den Fortschritt erkennen?

Für mich muss sich gute Stadtentwicklung am Ende im Alltag der Menschen bemerkbar machen.

Fortschritt bedeutet, wenn weniger Durchgangsverkehr unsere Stadt belastet, Wege sicherer werden und Bus, Fahrrad, Fußverkehr und Auto besser miteinander verbunden sind.

Er bedeutet aber auch, wenn aus heute stark vom Verkehr geprägten Bereichen neue Möglichkeiten für Aufenthaltsqualität und Stadtentwicklung entstehen und die bessere Anbindung Bad Segebergs neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet.

Nicht alles davon wird bis 2033 abgeschlossen sein. Stadtentwicklung braucht Planung, politische Entscheidungen, Finanzierung und Zeit.

Aber bis 2033 müssen die Richtung und die notwendigen Entscheidungen klar sein – und möglichst viele konkrete Maßnahmen umgesetzt oder verbindlich auf den Weg gebracht sein.

Dabei gilt auch hier: Unsere Stadt muss für alle erreichbar und nutzbar sein. Barrierefreiheit und die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse von Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen müssen deshalb bei der Verkehrs- und Stadtentwicklung von Anfang an berücksichtigt werden.

Was haben wir bereits erreicht?

Wir beginnen dabei nicht bei null. In den vergangenen fünf Jahren ist aus jahrelangem Stillstand bei der A20 konkrete Bewegung geworden. Gleichzeitig haben wir den Rad- und Fußverkehr weiterentwickelt, den ÖPNV gestärkt, neue Mobilitätsangebote geschaffen und mit SEMOKOplus die Grundlage für die weitere Entwicklung gelegt.

Auf dieser Grundlage möchte ich in den kommenden sechs Jahren weiterarbeiten.

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