Eine moderne Stadt braucht eine moderne Verwaltung. Für mich bedeutet Digitalisierung dabei nicht, den persönlichen Kontakt durch Technik zu ersetzen. Sie soll Abläufe einfacher machen, Bearbeitungswege verkürzen und dafür sorgen, dass mehr Zeit für die Aufgaben bleibt, bei denen Menschen und ihre Anliegen im Mittelpunkt stehen.
Wo stehen wir heute?
In den vergangenen fünf Jahren hat sich unsere Verwaltung deutlich verändert.
Mit der Einführung der E-Akte, dem Bürgerportal und immer mehr digitalen Angeboten haben wir begonnen, Verwaltungsleistungen einfacher zugänglich zu machen. Auch innerhalb des Rathauses werden Prozesse zunehmend digital: von Arbeitszeit und Urlaub über elektronische Zugänge bis hin zu digitalen Rechnungen und neuen Formen der Zusammenarbeit.
Mit einem eigenen Bereich für IT und Digitalisierung haben wir zugleich die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, diesen Wandel dauerhaft voranzutreiben.
Auch künstliche Intelligenz und automatisierte Prozesse werden zunehmend eine Rolle spielen. Mit ersten Anwendungen und unserem digitalen Mitarbeiter „Robby“ erproben wir, wie wiederkehrende Arbeiten automatisiert werden können.
Dabei bleibt für mich entscheidend: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss den Menschen und unseren Beschäftigten einen konkreten Nutzen bringen.
Was möchte ich bis 2033 erreichen?
Mein Ziel ist eine Verwaltung, die digital arbeitet, einfach erreichbar ist und gleichzeitig menschlich bleibt.
Viele Anliegen sollen künftig unabhängig von Öffnungszeiten digital erledigt werden können. Wer einen Antrag von zu Hause stellen möchte, soll dafür nicht zwingend ins Rathaus kommen müssen.
Genauso wichtig ist mir aber: Wer persönliche Unterstützung braucht oder ein komplexes Anliegen besprechen möchte, muss weiterhin einen Menschen erreichen können.
Digitalisierung soll deshalb zusätzliche Möglichkeiten schaffen – und keine neuen Barrieren.
Gleichzeitig möchte ich die Verwaltung intern weiter modernisieren. Denn moderne Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger funktionieren nur, wenn auch die Prozesse dahinter zeitgemäß organisiert sind.
Was möchte ich konkret anpacken?
- Mehr Verwaltungsleistungen vollständig digital anbieten.
Es reicht nicht, ein Formular im Internet herunterladen zu können. Wo rechtlich und technisch möglich, sollen Vorgänge vom Antrag über die Bearbeitung bis zur Rückmeldung digital funktionieren. - Das Bürgerportal weiter ausbauen.
Online-Dienstleistungen sollen einfacher auffindbar und verständlich sein. Mein Ziel ist, dass möglichst viele häufig benötigte Leistungen zentral und unkompliziert erreichbar sind. - Online-Terminvereinbarungen weiterentwickeln.
Wer einen persönlichen Termin benötigt, soll diesen möglichst einfach digital buchen können. Das schafft Verlässlichkeit für Bürgerinnen und Bürger und erleichtert gleichzeitig die Organisation innerhalb der Verwaltung. - Interne Prozesse konsequent digitalisieren.
E-Akte, E-Rechnung, digitale Signaturen und elektronische Workflows sollen Schritt für Schritt zum normalen Verwaltungsalltag werden. Medienbrüche und doppelte Arbeit möchte ich dort reduzieren, wo dies möglich ist. - Automatisierung und künstliche Intelligenz sinnvoll nutzen.
Routinearbeiten können zunehmend automatisiert werden. Das schafft Zeit für komplexere Aufgaben und persönliche Beratung. Dabei müssen Datenschutz, Transparenz und die Verantwortung für Entscheidungen gewährleistet bleiben. - Unsere Internetangebote weiter verbessern.
Die städtische Website und digitale Dienstleistungen sollen verständlich, möglichst barrierefrei und auch für Menschen nutzbar sein, die nicht jeden Verwaltungsvorgang kennen. Mehrsprachige Informationen können dabei helfen, Zugänge zu erleichtern. - Verwaltung als attraktiven Arbeitgeber weiterentwickeln.
Auch Kommunen konkurrieren um Fachkräfte. Moderne Arbeitsplätze, flexible Arbeitsformen, gute Weiterbildung und eine zeitgemäße Führungskultur sind deshalb nicht nur Personalthemen – sie entscheiden mit darüber, wie leistungsfähig unsere Verwaltung künftig sein kann. - Organisation regelmäßig überprüfen.
Aufgaben und Anforderungen verändern sich. Deshalb möchte ich Strukturen nicht allein deshalb erhalten, weil sie schon immer so waren. Zuständigkeiten und Abläufe müssen regelmäßig darauf geprüft werden, ob sie noch sinnvoll und effizient sind.
Woran soll man den Fortschritt erkennen?
Fortschritt zeigt sich für mich nicht daran, wie viele neue Programme wir anschaffen.
Er zeigt sich daran, ob Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen einfacher erledigen können und ob unsere Beschäftigten weniger Zeit mit vermeidbarer Bürokratie und doppelten Arbeitsschritten verbringen müssen.
Bis 2033 möchte ich erreichen, dass ein deutlich größerer Teil häufig genutzter Verwaltungsleistungen vollständig digital erledigt werden kann, digitale Akten und Arbeitsabläufe zum selbstverständlichen Standard geworden sind und Automatisierung dort eingesetzt wird, wo sie tatsächlich entlastet.
Gleichzeitig muss die Verwaltung persönlich erreichbar bleiben.
Denn eine gute Verwaltung erkennt man am Ende nicht daran, welche Technik im Hintergrund arbeitet, sondern daran, ob sie funktioniert, verständlich ist und den Menschen weiterhilft.
Barrierefreiheit gehört für mich ausdrücklich dazu. Digitale Verwaltung darf keine neue Hürde schaffen. Wer digitale Angebote nicht nutzen kann oder möchte, muss auch künftig andere Zugänge zur Verwaltung haben.
Was haben wir bereits erreicht?
Wir beginnen auch hier nicht bei null. In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Verwaltung organisatorisch und digital deutlich weiterentwickelt.
E-Akte, Bürgerportal und digitale interne Prozesse sind auf den Weg gebracht, neue Strukturen für IT und Digitalisierung geschaffen und erste Möglichkeiten von Automatisierung und künstlicher Intelligenz werden genutzt beziehungsweise erprobt.
Gleichzeitig haben wir Arbeitsplätze und Arbeitsformen modernisiert und damit wichtige Grundlagen für eine leistungsfähige Verwaltung geschaffen.
Der digitale Wandel hat begonnen. Bis 2033 möchte ich ihn konsequent weiterführen – ohne dabei den Menschen aus dem Blick zu verlieren.

