2020 habe ich einen einfachen Anspruch formuliert:
Eine Verwaltung muss gut und motiviert arbeiten, transparent informieren und offen kommunizieren. Sie ist in erster Linie Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger.
Daran hat sich für mich nichts geändert.
Was sich allerdings verändert hat, ist unsere Verwaltung selbst.
In den vergangenen fünf Jahren haben wir Strukturen neu geordnet, Arbeitsabläufe digitalisiert, moderne Technik eingeführt und neue Formen der Zusammenarbeit geschaffen.
Vieles davon sieht man von außen nicht sofort. Aber genau diese Veränderungen entscheiden darüber, ob eine Verwaltung auch in Zukunft leistungsfähig, attraktiv und bürgerfreundlich arbeiten kann.
Und auf das, was wir dabei gemeinsam erreicht haben, bin ich stolz.
WAS IST DARAUS GEWORDEN?
Wir haben unsere Verwaltung in den vergangenen fünf Jahren grundlegend weiterentwickelt.
Das neue Sachgebiet IKT und Digitalisierung wurde geschaffen und Digitalisierung damit dauerhaft organisatorisch verankert. Das Bauamt und der Bauhof wurden neu strukturiert und Zuständigkeiten und Arbeitsabläufe weiterentwickelt.
Gleichzeitig haben wir zahlreiche Prozesse digitalisiert und neue technische Möglichkeiten geschaffen.
Dabei war mir immer wichtig: Digitalisierung ist kein Selbstzweck.
Sie muss Arbeit einfacher, schneller und effizienter machen – für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso wie für die Bürgerinnen und Bürger.
AUS PAPIER WIRD DIGITAL.
Einer der größten Schritte war die Einführung der E-Akte.
Damit verändern wir einen elementaren Bestandteil kommunaler Verwaltungsarbeit. Informationen und Vorgänge können digital bearbeitet werden, und der klassische papiergebundene Verwaltungsprozess wird Schritt für Schritt abgelöst.
Weitere Projekte folgen.
Die digitale Signatur soll noch in diesem Sommer umgesetzt werden. Die E-Rechnung ist ein weiterer Baustein auf unserem Weg zu möglichst durchgängigen digitalen Prozessen.
Auch intern hat sich viel verändert.
Urlaubsverwaltung und Zeiterfassung wurden digitalisiert, ein Intranet für die interne Kommunikation eingeführt und zahlreiche Fachanwendungen modernisiert.
Unsere öffentlichen Gebäude haben wir mit elektronischen Schließsystemen ausgestattet.
Viele dieser Dinge sind für Bürgerinnen und Bürger kaum sichtbar.
Aber sie sind die Grundlage dafür, dass Verwaltung effizienter arbeiten kann.
KI UND AUTOMATISIERUNG: NICHT IRGENDWANN, SONDERN HEUTE
Auch bei neuen Technologien wollen wir nicht warten, bis andere Kommunen uns zeigen, was möglich ist.
Wir setzen bereits Künstliche Intelligenz zur Erfassung und Bewertung unserer Straßenzustände ein. Damit können Daten systematischer erhoben und als Grundlage für die Planung und Priorisierung von Maßnahmen genutzt werden.
Und wir gehen einen weiteren Schritt.
Mit „Robby“, unserem ersten digitalen Mitarbeiter, erproben wir derzeit die Automatisierung einfacher, wiederkehrender Verwaltungsprozesse.
Gerade im Bereich Abgaben und Steuern gibt es zahlreiche standardisierte Erfassungsvorgänge. Solche Tätigkeiten können perspektivisch technisch automatisiert und unabhängig von Arbeitszeiten ausgeführt werden – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Menschen zu ersetzen.
Es geht darum, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einfachen, zeitaufwendigen Routinetätigkeiten zu entlasten, damit mehr Zeit für die Aufgaben bleibt, für die wir Menschen brauchen: Entscheiden, beraten, Probleme lösen und miteinander sprechen.
DIGITALER FÜR DIE BÜRGERINNEN UND BÜRGER
Auch nach außen hat sich unsere Verwaltung verändert.
Unsere Internetseite wurde vollständig neu gestaltet. Sie ist moderner, barriereärmer und mehrsprachig und soll Informationen leichter zugänglich machen.
Mit unserem Bürgerportal können immer mehr Dienstleistungen digital erreicht werden. Die Online-Terminvergabe wird diesen Weg weiter ergänzen.
Der bereits etablierte Mängelmelder zeigt sehr praktisch, was digitale Verwaltung bedeuten kann:
Ein Problem im Stadtgebiet kann jederzeit gemeldet werden – unabhängig von Öffnungszeiten oder davon, ob gerade jemand telefonisch erreichbar ist.
Sehen. Melden. Bearbeiten.
Genau so stelle ich mir Digitalisierung vor: einfach und mit einem konkreten Nutzen.
DIGITAL, ABER NICHT UNPERSÖNLICH.
Bei aller Digitalisierung bleibt für mich eines entscheidend:
Wir digitalisieren nicht den Menschen weg.
Wer sein Anliegen online erledigen möchte, soll das möglichst einfach tun können. Wer Unterstützung benötigt oder lieber persönlich mit einem Menschen spricht, muss auch künftig einen Ansprechpartner finden.
Digitalisierung soll zusätzliche Möglichkeiten schaffen und Barrieren abbauen – keine neuen errichten.
Deshalb bleibt mein Grundsatz:
Digital, wo es einfacher wird. Persönlich, wo es gebraucht wird.
MODERNE VERWALTUNG BRAUCHT MODERNE ARBEITSBEDINGUNGEN
Bereits 2020 habe ich versprochen, mich für attraktive Arbeitsplätze und ein gutes Arbeitsklima einzusetzen.
Auch hier haben wir vieles verändert.
Homeoffice und mobiles Arbeiten gehören inzwischen selbstverständlich zu unserer Arbeitswelt. Arbeitsplätze werden modernisiert und flexibler gestaltet. Höhenverstellbare Schreibtische, moderne technische Ausstattung und Möglichkeiten für geteilte Arbeitsplätze gehören dazu.
Gleichzeitig schaffen wir Angebote zur Gesunderhaltung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Fort- und Weiterbildung haben wir intensiviert. Denn wenn Aufgaben und Technik sich immer schneller verändern, müssen wir unseren Beschäftigten auch die Möglichkeit geben, sich mit ihnen weiterzuentwickeln.
Eine attraktive Arbeitgeberin wird man aber nicht allein durch einen höhenverstellbaren Schreibtisch.
Es geht um die Kultur dahinter.
Vertrauen. Wertschätzung. Verantwortung. Und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen.
WIR INVESTIEREN IN UNSERE EIGENEN FACHKRÄFTE
Der Fachkräftemangel macht auch vor Kommunalverwaltungen nicht halt.
Deshalb bilden wir selbst in unterschiedlichen Bereichen aus und investieren damit ganz bewusst in unseren eigenen Nachwuchs.
Gleichzeitig müssen wir qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig halten.
Dafür brauchen wir attraktive Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und eine Verwaltungskultur, in der Menschen gerne arbeiten.
Denn moderne Technik kann vieles erleichtern.
Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann sie nicht ersetzen.
AUCH UNSER BAUHOF HAT SICH VERÄNDERT
Zur Stadtverwaltung gehört nicht nur das Rathaus.
Auch unseren Bauhof haben wir neu strukturiert und organisiert.
Arbeitsabläufe und Ausstattung wurden weiterentwickelt und ein einheitliches Auftreten mit moderner Arbeitskleidung geschaffen.
Und diese Entwicklung kann man inzwischen auch im Stadtbild sehen.
Denn der Bauhof ist jeden Tag draußen unterwegs. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass unsere Stadt funktioniert, sauber bleibt und gepflegt wird.
Diese Arbeit ist für eine lebenswerte Stadt genauso wichtig wie die Arbeit an einem Schreibtisch im Rathaus.
FÖRDERMITTEL: MEHR MÖGLICH MACHEN
Ein weiteres Versprechen aus meinem Programm von 2020 war, Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen.
Das haben wir getan.
Bei vielen großen Projekten der vergangenen Jahre konnten Fördermittel eingeworben werden – für Schulen und Ganztag, Mobilität und Radverkehr, Klimaschutz, Stadtentwicklung und weitere Investitionen.
Gerade angesichts knapper kommunaler Haushalte wird das immer wichtiger.
Denn jeder Förder-Euro, den wir für ein sinnvolles Projekt nach Bad Segeberg holen, ermöglicht Investitionen oder entlastet unseren eigenen Haushalt.
Eine moderne Verwaltung muss deshalb nicht nur verwalten. Sie muss Möglichkeiten erkennen und nutzen.
VERWALTUNG MUSS LÖSUNGEN SUCHEN
Die wichtigste Veränderung lässt sich allerdings weder an einer Software noch an einem Organigramm festmachen.
Mein Anspruch war 2020 eine bürgerfreundliche und partnerschaftlich arbeitende Verwaltung.
Daran arbeite ich gemeinsam mit meinem Team jeden Tag.
Natürlich können wir nicht jeden Wunsch erfüllen. Gesetze, Zuständigkeiten und finanzielle Möglichkeiten setzen Grenzen.
Aber für mich macht es einen erheblichen Unterschied, mit welcher Haltung wir einem Anliegen begegnen.
Die erste Frage sollte nicht lauten: Warum geht das nicht?
Die erste Frage sollte sein:
Was können wir möglich machen?
Ich möchte eine lösungsorientierte, kreative Stadtverwaltung, die sich als Dienstleister gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern versteht.
Und ich bin überzeugt, dass wir diesem Anspruch in den vergangenen fünf Jahren ein großes Stück näher gekommen sind.
DIESE VERÄNDERUNG WAR EINE GEMEINSCHAFTSLEISTUNG.
Bei einer Bilanz über die Entwicklung unserer Verwaltung ist mir ein Punkt besonders wichtig:
All diese Veränderungen sind nicht einfach passiert.
E-Akte, neue Software, veränderte Strukturen und Prozesse, Homeoffice, neue Fachanwendungen und Digitalisierung bedeuten zunächst einmal auch Veränderung und zusätzliche Arbeit für die Menschen, die damit umgehen müssen.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren enorme Veränderungen mitgetragen – zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit.
Dafür bin ich dankbar.
Und ich bin stolz darauf, dass wir diesen Weg gemeinsam gegangen sind.
Denn Digitalisierung funktioniert nicht dadurch, dass ein Bürgermeister eine neue Software bestellt.
Sie funktioniert nur, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit sind, vertraute Abläufe zu hinterfragen, Neues auszuprobieren und Veränderungen mitzugestalten.
MODERN. DIGITAL. MENSCHLICH.
Wenn ich heute auf mein Programm von 2020 zurückblicke, hat sich unsere Stadtverwaltung deutlich verändert.
E-Akte, Bürgerportal und Intranet. Digitale Personalprozesse und moderne Fachanwendungen. Elektronische Schließsysteme und digitale Signaturen. KI-gestützte Straßenzustandserfassung und erste automatisierte Verwaltungsprozesse. Moderne Arbeitsplätze, Homeoffice und mehr Fortbildung. Neue Organisationsstrukturen im Rathaus und auf dem Bauhof.
Vor fünf Jahren waren viele dieser Dinge noch Ziele oder Ideen.
Heute sind sie umgesetzt, befinden sich in Einführung oder sind selbstverständlicher Bestandteil unserer Arbeit.
Aber auch hier gilt:
Wir sind noch lange nicht fertig.
Die Möglichkeiten durch Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz werden die kommunale Verwaltung in den kommenden Jahren noch stärker verändern.
Diese Entwicklung möchte ich weiter aktiv gestalten.
Nicht, um eine Verwaltung zu schaffen, in der am Ende nur noch Computer miteinander kommunizieren.
Sondern um Technik dort einzusetzen, wo sie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeit abnimmt und Bürgerinnen und Bürgern das Leben einfacher macht.
Denn bei allem technischen Fortschritt bleibt für mich der wichtigste Faktor einer guten Verwaltung derselbe:
die Menschen, die jeden Tag für unsere Stadt arbeiten.
Eine moderne Verwaltung braucht moderne Technik.
Eine gute Verwaltung braucht ein gutes Team.


