WOHNEN UND LEBEN: ZUHAUSE IN BAD SEGEBERG.

2020 habe ich geschrieben:

Bad Segeberg ist attraktiv und beliebt.

Fünf Jahre später gilt dieser Satz für mich mehr denn je.

Bad Segeberg bietet vieles von dem, was eine Stadt lebenswert macht: gute Bildungs- und Betreuungsangebote, eine starke Gesundheitsversorgung, Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätze, Kultur und Veranstaltungen, Sport- und Freizeitangebote und gleichzeitig mit unseren Seen und Wäldern Natur und Naherholung unmittelbar vor der Haustür.

Das Leben in Bad Segeberg ist schön.

Diese Lebensqualität zu erhalten und gleichzeitig unsere Stadt weiterzuentwickeln, war eines meiner Ziele für die vergangenen fünf Jahre – und bleibt eine unserer wichtigsten Aufgaben für die Zukunft.

WAS IST DARAUS GEWORDEN?

Bad Segeberg wächst und Wohnraum bleibt gefragt.

Das ist zunächst einmal ein gutes Zeichen. Menschen möchten hier leben. Gleichzeitig führt die hohe Nachfrage dazu, dass insbesondere bezahlbarer, kleiner und barrierefreier Wohnraum gebraucht wird.

Unser fortgeschriebenes Wohnungsmarktkonzept geht bis 2040 von einem zusätzlichen Bedarf von rund 590 Wohnungen aus. Dabei werden insbesondere bezahlbare, kleinere und barrierefreie Wohnungen benötigt.

Deshalb geht es für mich nicht allein darum, möglichst viel zu bauen.

Wir müssen den richtigen Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen schaffen.

EIN MEILENSTEIN FÜR BEZAHLBARES WOHNEN

Ein besonders wichtiges Projekt ist für mich die Entwicklung der Gustav-Böhm-Siedlung.

Gemeinsam mit der Wankendorfer haben wir dort die Voraussetzungen für ein völlig neues Quartier geschaffen. Insgesamt sollen 13 neue Wohngebäude mit 243 Wohnungen entstehen.

Besonders wichtig ist dabei:

70 Prozent des entstehenden Wohnraums werden gefördert.

Damit ist die Gustav-Böhm-Siedlung für mich ein Meilenstein für bezahlbares Wohnen in Bad Segeberg.

Gleichzeitig entsteht dort nicht einfach nur Wohnraum. Mit einer neuen Kindertagesstätte und der Weiterentwicklung des gesamten Quartiers verbinden wir Wohnen und soziale Infrastruktur miteinander.

Die Zusammenarbeit mit der Wankendorfer hat sich in den vergangenen Jahren sehr vertrauensvoll weiterentwickelt. Sie ist für uns ein wichtiger Partner beim Wohnungsbau, und ich sehe auch für die kommenden Jahre großes Potenzial für weitere gemeinsame Entwicklungen.

BAD SEGEBERG ENTWICKELT SICH WEITER

Die Gustav-Böhm-Siedlung ist dabei nur ein Beispiel.

Auch an anderen Stellen unserer Stadt wird gebaut oder Wohnungsbau vorbereitet. Mit Grundstückseigentümern und möglichen Investoren führen wir Gespräche darüber, wo und in welcher Form zusätzlicher Wohnraum entstehen kann.

Das ist in Bad Segeberg nicht immer einfach.

Natur- und Artenschutz, unsere Fledermauspopulationen, Beleuchtungsfragen, begrenzte Flächen und die notwendige Infrastruktur stellen Wohnungsbauprojekte immer wieder vor besondere Herausforderungen.

Diese Anforderungen dürfen wir nicht ignorieren.

Aber sie dürfen auch nicht dazu führen, dass wir Entwicklung grundsätzlich verhindern.

Unsere Aufgabe ist es, Lösungen zu finden, die Wohnungsbau und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen miteinander vereinbaren.

WOHNEN FÜR JEDE LEBENSPHASE

Bereits 2020 habe ich generationenübergreifende und neue Wohnformen zu einem Thema gemacht.

Dieser Ansatz ist heute aktueller denn je.

Wir brauchen Wohnungen für junge Menschen und Familien – aber genauso für ältere Menschen, die weiterhin selbstständig wohnen möchten.

Deshalb setzen wir auf barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen.

Dahinter steckt auch ein wichtiger Effekt für den gesamten Wohnungsmarkt: Wenn ältere Menschen, die heute vielleicht allein in einem großen Einfamilienhaus leben, eine attraktive und barrierefreie Alternative in ihrer vertrauten Umgebung finden, können diese Häuser wieder für Familien verfügbar werden.

Manchmal entsteht neuer Wohnraum eben nicht nur dadurch, dass wir neu bauen, sondern dadurch, dass wir die richtigen Angebote für unterschiedliche Lebensphasen schaffen.

Auch nach dem Scheitern eines ursprünglich geplanten Pilotprojektes für Parkinson-Erkrankte soll die dafür vorgesehene Fläche deshalb weiterhin für seniorengerechtes Wohnen genutzt werden.

Das ursprüngliche Projekt konnte nicht umgesetzt werden. Das bedeutet für mich aber nicht, eine Fläche anschließend aufzugeben, sondern nach einer neuen sinnvollen Nutzung zu suchen.

TINY HOUSES: GEPRÜFT, ABER NICHT WIRTSCHAFTLICH

2020 habe ich auch Tiny Houses als innovative Wohnform vorgeschlagen.

Diese Idee haben wir nicht einfach zu den Akten gelegt.

Wir haben konkrete Flächen betrachtet und durchgerechnet. Dabei wurde sogar geprüft, Grundstücke möglicherweise nur für einen begrenzten Zeitraum von etwa zehn Jahren für eine Tiny-House-Siedlung zu nutzen.

Am Ende hat sich allerdings gezeigt, dass auch für kleine Häuser eine vollständige Infrastruktur benötigt wird: Wasser und Abwasser, Strom, Erschließung und weitere technische Voraussetzungen.

Diese Kosten machten das Modell für mögliche Investoren wirtschaftlich nicht tragfähig.

Deshalb wurde eine Tiny-House-Siedlung bislang nicht umgesetzt.

Auch das gehört für mich zu einer ehrlichen Bilanz:

Eine innovative Idee ist nicht automatisch eine wirtschaftlich sinnvolle Idee.

Wir haben sie geprüft. Unter den vorhandenen Bedingungen hat sie nicht funktioniert.

FOODSHARING: EINE GUTE IDEE, DIE ANDERS FUNKTIONIERT

Ähnlich ist die Entwicklung beim Thema Foodsharing.

2020 wollte ich Projekte gegen Lebensmittelverschwendung initiieren.

Auch hier gab es Versuche und private Initiativen. Sie haben sich allerdings nicht in dem Umfang dauerhaft etablieren können, wie wir es uns gewünscht hätten.

Das bedeutet aber nicht, dass das Thema in Bad Segeberg keine Rolle spielt.

Mit der Segeberger Tafel gibt es eine wichtige Struktur, die Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt und gleichzeitig Menschen unterstützt, die auf Hilfe angewiesen sind.

Damit werden zwei Dinge miteinander verbunden:

Lebensmittel sinnvoll nutzen und gleichzeitig Menschen helfen.

Das verdient Unterstützung und Anerkennung.

DAS VERSPROCHENE WLAN IST DA

Ein sehr konkretes Ziel meines Programms von 2020 war die Einrichtung eines Innenstadt-WLANs.

Dieses Ziel haben wir umgesetzt.

An unseren touristisch wichtigen Orten steht heute öffentlich zugängliches WLAN zur Verfügung.

Gleichzeitig haben wir den WLAN-Ausbau gemeinsam mit Kooperationspartnern in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter vorangetrieben und inzwischen einen sehr guten Stand erreicht.

Was 2020 noch ein einzelner Programmpunkt war, ist heute für viele Menschen schlicht selbstverständlich:

unterwegs digital verbunden zu sein.

Genau so sollte Infrastruktur funktionieren – irgendwann spricht niemand mehr darüber, weil sie einfach da ist.

WACHSTUM BRAUCHT EINEN PLAN

Gleichzeitig müssen wir uns fragen, wie Bad Segeberg insgesamt wachsen und sich verändern soll.

Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept und dem Leitbild „Bad Segeberg 2040“ einen strategischen Rahmen für die kommenden Jahre geschaffen.

Dabei betrachten wir Wohnen nicht isoliert.

Wohnungsbau, Mobilität, Klima, Grünflächen, Bildung, Wirtschaft, Innenstadt, Kultur und soziale Infrastruktur gehören zusammen.

Denn ein neues Wohngebiet funktioniert nicht allein deshalb, weil dort Häuser stehen.

Ein gutes Quartier braucht Infrastruktur und Lebensqualität.

INNENENTWICKLUNG UND NEUE POTENZIALE

Unsere Flächen sind begrenzt.

Deshalb müssen wir vorhandene Potenziale stärker nutzen: Baulücken, Ersatzneubauten, Nachverdichtung und die Weiterentwicklung bestehender Quartiere.

Das bedeutet nicht, jede freie Fläche zu bebauen.

Es bedeutet, genau hinzusehen, wo zusätzlicher Wohnraum sinnvoll geschaffen werden kann und gleichzeitig die vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann.

Die Entwicklung der Gustav-Böhm-Siedlung zeigt beispielhaft, wie das funktionieren kann.

Stadtentwicklung bedeutet für mich deshalb nicht Wachstum um jeden Preis, sondern Wachstum mit Qualität.

LEBENSQUALITÄT IST MEHR ALS WOHNRAUM

Bei diesem Themenblock geht es aber ausdrücklich um Wohnen und Leben.

Und Lebensqualität endet nicht an der Wohnungstür.

Bad Segeberg verfügt über eine Infrastruktur, um die uns viele Städte unserer Größe beneiden können.

Wir haben Kitas und Schulen, Sport- und Freizeitangebote und ein breites kulturelles Leben.

Als Gesundheitsstandort verfügen wir über eine außergewöhnlich starke medizinische Infrastruktur.

Wir haben Einzelhandel und Nahversorgung, Gastronomie und Veranstaltungen.

Und gleichzeitig liegen Seen, Wälder und Naherholungsgebiete unmittelbar vor unserer Haustür.

Diese Mischung macht Bad Segeberg aus.

Man kann hier arbeiten, einkaufen, zur Schule gehen, Kultur erleben oder Sport treiben – und wenige Minuten später am See oder im Wald sein.

Das ist Lebensqualität.

EINE STADT FÜR JUNG UND ALT

Mein Ziel bleibt deshalb, Bad Segeberg so weiterzuentwickeln, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen hier gerne leben können.

Junge Menschen sollen nach Ausbildung oder Studium einen Grund haben zurückzukommen.

Familien sollen Wohnraum, Kinderbetreuung, Schulen und Freizeitmöglichkeiten finden.

Ältere Menschen sollen möglichst lange selbstständig und mitten in unserer Stadt leben können.

Und wer neu nach Bad Segeberg kommt, soll möglichst schnell feststellen:

Hier kann ich mir vorstellen zu bleiben.

BAD SEGEBERG IST LEBENS- UND LIEBENSWERT.

Wenn ich auf mein Programm von 2020 zurückblicke, wurde nicht jede einzelne Idee genauso umgesetzt, wie ich sie damals formuliert habe.

Tiny Houses wurden intensiv geprüft, waren aber wirtschaftlich nicht tragfähig.

Foodsharing-Initiativen haben nicht dauerhaft so funktioniert, wie wir gehofft hatten.

Andere Ziele wurden dagegen Realität: öffentliches WLAN, neue Wohnbauprojekte, geförderter Wohnraum, barrierefreie und seniorengerechte Wohnangebote und eine langfristige Strategie für die Entwicklung unserer Stadt.

Und manchmal haben sich aus ursprünglichen Ideen andere, bessere Lösungen entwickelt.

Genau das gehört für mich zu verantwortungsvoller Politik.

Nicht an einer Idee festhalten, nur weil sie einmal in einem Wahlprogramm stand. Sondern prüfen, ausprobieren, aus Erfahrungen lernen und dort weitermachen, wo etwas funktioniert.

Die kommenden Jahre werden uns weiter fordern.

Wir brauchen zusätzlichen und bezahlbaren Wohnraum. Wir müssen mit unseren Flächen verantwortungsvoll umgehen. Wir müssen Natur- und Artenschutz berücksichtigen und gleichzeitig Entwicklung ermöglichen.

Aber wir starten dabei von einer guten Grundlage.

Bad Segeberg ist attraktiv. Bad Segeberg wächst. Und Bad Segeberg ist lebens- und liebenswert.

Das haben wir in den vergangenen fünf Jahren weiter vorangebracht.

Und genau daran möchte ich weiterarbeiten.

Denn am Ende geht es bei Stadtentwicklung nicht um Bebauungspläne, Quadratmeter oder Wohneinheiten.

Es geht um Menschen. Es geht um ihr Zuhause. Und es geht darum, dass das Leben in Bad Segeberg auch in Zukunft schön bleibt.

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