WOHNEN UND LEBEN: ZUHAUSE IN BAD SEGEBERG.

2020 habe ich geschrieben:

Bad Segeberg ist attraktiv und beliebt.

Fünf Jahre später gilt dieser Satz für mich mehr denn je.

Bad Segeberg bietet vieles von dem, was eine Stadt lebenswert macht: gute Bildungs- und Betreuungsangebote, eine starke Gesundheitsversorgung, Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätze, Kultur und Veranstaltungen, Sport- und Freizeitangebote und gleichzeitig mit unseren Seen und Wäldern Natur und Naherholung unmittelbar vor der Haustür.

Das Leben in Bad Segeberg ist schön.

Diese Lebensqualität zu erhalten und gleichzeitig unsere Stadt weiterzuentwickeln, war eines meiner Ziele für die vergangenen fünf Jahre – und bleibt eine unserer wichtigsten Aufgaben.

WAS IST DARAUS GEWORDEN?

Bad Segeberg wächst und Wohnraum bleibt gefragt.

Das ist zunächst einmal ein gutes Zeichen. Menschen möchten hier leben. Gleichzeitig führt die hohe Nachfrage dazu, dass insbesondere bezahlbarer, kleiner und barrierefreier Wohnraum gebraucht wird.

Deshalb geht es für mich nicht allein darum, möglichst viel zu bauen.

Wir müssen den richtigen Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen schaffen – und gleichzeitig dafür sorgen, dass Bad Segeberg eine Stadt bleibt, in der man gerne lebt.

Denn Wohnen und Lebensqualität gehören für mich untrennbar zusammen.

EIN MEILENSTEIN FÜR BEZAHLBARES WOHNEN

Ein besonders wichtiges Projekt ist die Entwicklung der Gustav-Böhm-Siedlung.

Gemeinsam mit der Wankendorfer haben wir dort die Voraussetzungen für ein völlig neues Quartier geschaffen. Insgesamt sollen 13 neue Wohngebäude mit 243 Wohnungen entstehen.

Besonders wichtig ist dabei der hohe Anteil geförderten Wohnraums.

Damit ist die Gustav-Böhm-Siedlung für mich ein Meilenstein für bezahlbares Wohnen in Bad Segeberg.

Gleichzeitig entsteht dort nicht einfach nur Wohnraum. Mit einer neuen Kindertagesstätte verbinden wir Wohnen und soziale Infrastruktur miteinander.

Die Zusammenarbeit mit der Wankendorfer hat sich in den vergangenen Jahren sehr vertrauensvoll weiterentwickelt. Sie ist für uns ein wichtiger Partner beim Wohnungsbau, und ich sehe auch für die kommenden Jahre Möglichkeiten für weitere gemeinsame Entwicklungen.

BAD SEGEBERG ENTWICKELT SICH WEITER

Die Gustav-Böhm-Siedlung ist dabei nur ein Beispiel.

Auch an anderen Stellen unserer Stadt wird gebaut oder Wohnungsbau vorbereitet. Mit Grundstückseigentümern und möglichen Investoren führen wir Gespräche darüber, wo und in welcher Form zusätzlicher Wohnraum entstehen kann.

Das ist in Bad Segeberg nicht immer einfach.

Natur- und Artenschutz, unsere Fledermauspopulationen, Beleuchtungsfragen, begrenzte Flächen und die notwendige Infrastruktur stellen Wohnungsbauprojekte immer wieder vor besondere Herausforderungen.

Diese Anforderungen dürfen wir nicht ignorieren.

Aber sie dürfen auch nicht dazu führen, dass wir Entwicklung grundsätzlich verhindern.

Unsere Aufgabe ist es, Lösungen zu finden, die Stadtentwicklung und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen miteinander vereinbaren.

WOHNEN FÜR JEDE LEBENSPHASE

Bereits 2020 habe ich generationenübergreifende und neue Wohnformen zu einem Thema gemacht.

Dieser Ansatz ist heute aktueller denn je.

Wir brauchen Wohnungen für junge Menschen und Familien – aber genauso für ältere Menschen, die weiterhin selbstständig wohnen möchten.

Deshalb unterstützen wir die Schaffung barrierefreier und seniorengerechter Wohnungen.

Dahinter steckt auch ein wichtiger Effekt für den gesamten Wohnungsmarkt: Wenn ältere Menschen, die heute vielleicht allein in einem großen Einfamilienhaus leben, eine attraktive und barrierefreie Alternative in ihrer vertrauten Umgebung finden, können diese Häuser wieder für Familien verfügbar werden.

Manchmal entsteht verfügbarer Wohnraum eben nicht nur dadurch, dass wir neu bauen, sondern dadurch, dass wir die richtigen Angebote für unterschiedliche Lebensphasen schaffen.

Auch nach dem Scheitern eines ursprünglich geplanten Pilotprojektes für Parkinson-Erkrankte soll die dafür vorgesehene Fläche deshalb einer anderen sinnvollen Nutzung zugeführt und dort seniorengerechtes Wohnen ermöglicht werden.

TINY HOUSES: GEPRÜFT, ABER NICHT WIRTSCHAFTLICH

2020 habe ich auch Tiny Houses als innovative Wohnform vorgeschlagen.

Diese Idee haben wir nicht einfach zu den Akten gelegt.

Wir haben konkrete Flächen betrachtet und durchgerechnet. Dabei wurde sogar geprüft, Grundstücke möglicherweise nur für einen begrenzten Zeitraum von etwa zehn Jahren für eine Tiny-House-Siedlung zu nutzen.

Am Ende hat sich allerdings gezeigt, dass auch für kleine Häuser eine vollständige Infrastruktur benötigt wird: Wasser und Abwasser, Strom, Erschließung und weitere technische Voraussetzungen.

Diese Kosten machten das Modell für mögliche Investoren wirtschaftlich nicht tragfähig.

Deshalb wurde eine Tiny-House-Siedlung bislang nicht umgesetzt.

Auch das gehört für mich zu einer ehrlichen Bilanz:

Eine innovative Idee ist nicht automatisch eine wirtschaftlich sinnvolle Idee.

Wir haben sie geprüft. Unter den vorhandenen Bedingungen hat sie nicht funktioniert.

FOODSHARING: EINE GUTE IDEE, DIE ANDERS FUNKTIONIERT

Ähnlich ist die Entwicklung beim Thema Foodsharing.

2020 wollte ich Projekte gegen Lebensmittelverschwendung initiieren.

Auch hier gab es Versuche und private Initiativen. Sie haben sich allerdings nicht in dem Umfang dauerhaft etablieren können, wie wir es uns gewünscht hätten.

Das bedeutet aber nicht, dass das Thema in Bad Segeberg keine Rolle spielt.

Mit der Segeberger Tafel gibt es eine wichtige Struktur, die Lebensmittel sinnvoll weiterverwendet und gleichzeitig Menschen unterstützt, die Hilfe benötigen.

Damit werden zwei Dinge miteinander verbunden:

Lebensmittel sinnvoll nutzen und gleichzeitig Menschen helfen.

Das verdient Unterstützung und Anerkennung.

DAS VERSPROCHENE WLAN IST DA

Ein sehr konkretes Ziel meines Programms von 2020 war die Einrichtung eines Innenstadt-WLANs.

Dieses Ziel haben wir umgesetzt.

An unseren touristisch wichtigen Orten steht heute öffentlich zugängliches WLAN zur Verfügung.

Gleichzeitig haben wir den WLAN-Ausbau gemeinsam mit Kooperationspartnern in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter vorangetrieben und inzwischen einen sehr guten Stand erreicht.

Was 2020 noch ein einzelner Programmpunkt war, ist heute für viele Menschen schlicht selbstverständlich:

unterwegs digital verbunden zu sein.

Genau so sollte Infrastruktur funktionieren – irgendwann spricht niemand mehr darüber, weil sie einfach da ist.

LEBENSQUALITÄT BEDEUTET AUCH FREIZEIT UND SPORT

Wohnen allein macht noch keine lebenswerte Stadt.

Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren auch erheblich in die Infrastruktur investiert, die Menschen in ihrer Freizeit, beim Sport, in Vereinen und gemeinsam mit ihren Familien nutzen.

Das größte und sichtbarste Beispiel dafür ist unser Hallenbad.

Nach jahrelanger Bauzeit konnten wir es am 27. Juni 2025 endlich wieder für die Menschen in Bad Segeberg und der Region öffnen.

Und dabei ging es nicht um ein bisschen neue Farbe.

Das Hallenbad aus dem Jahr 1967 wurde grundlegend saniert und technisch praktisch neu aufgestellt. Dächer und Glasfassaden wurden saniert, das Schwimmbecken erneuert, Lüftungs- und Schwimmbadtechnik ausgetauscht und das Gebäude energetisch ertüchtigt. Gleichzeitig wurde die Barrierefreiheit erheblich verbessert.

Mit Gesamtkosten von mehr als 14 Millionen Euro war dies eines der größten Investitionsprojekte der vergangenen Jahre. Besonders wichtig war deshalb die Unterstützung von Bund und Land mit rund 8 Millionen Euro Fördermitteln.

EIN HALLENBAD FÜR ALLE GENERATIONEN

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Eine neue Aqua-Cross-Anlage schafft ein besonderes Angebot für Kinder und Jugendliche. Für die Kleinsten gibt es ein modernes Planschbecken mit Wasserrutsche. Dampfbad, Wassergysir, Sprudelbänke und Massagedüsen ergänzen das Angebot.

Gleichzeitig haben wir großen Wert auf Barrierefreiheit gelegt. Das Bad verfügt heute unter anderem über ebenerdige Zugänge, barrierefreie Umkleiden und Bäder, ein Bodenleitsystem für sehbehinderte Menschen und ein Liftsystem für Rollstuhlfahrer.

Das ist für mich ein wichtiger Punkt:

Öffentliche Infrastruktur muss möglichst für alle Menschen da sein.

Damit verbindet das Hallenbad Freizeit, Sport, Gesundheit und Inklusion miteinander.

UND VOR ALLEM: KINDER KÖNNEN WIEDER SCHWIMMEN LERNEN

Vielleicht ist das sogar der wichtigste Aspekt der gesamten Sanierung.

Unser Hallenbad ist nicht nur Freizeitbad.

Es ist Schwimmausbildung, Schulsport und Vereinssport.

Vor der Schließung nutzten 14 Schulen aus Bad Segeberg und Umgebung das Hallenbad für ihren Schwimmunterricht. Während der jahrelangen Sanierung mussten Schulen auf kleinere Bäder im Umland ausweichen; teilweise konnte dadurch nicht allen Schülerinnen und Schülern Schwimmunterricht angeboten werden. Mit der Wiedereröffnung ist diese wichtige Infrastruktur wieder zurück.

Auch der Vereinssport ist zurückgekehrt. Der MTV Segeberg bietet seit September 2025 wieder seine Schwimmkurse im Bad Segeberger Hallenbad an – von der Nichtschwimmerausbildung über Seepferdchen bis zum Mannschafts- und Erwachsenenschwimmen.

Deshalb war es richtig, dieses Projekt trotz aller Schwierigkeiten zu Ende zu bringen.

Denn Schwimmen zu können ist nicht nur Freizeit. Es kann Leben retten.

EIN EHRLICHER BLICK GEHÖRT AUCH DAZU

Die Sanierung des Hallenbades war kein einfaches Projekt.

Sie hat länger gedauert und ist deutlich teurer geworden als ursprünglich vorgesehen. Der NDR berichtete zum Abschluss über Kosten von rund 16 Millionen Euro gegenüber ursprünglich geplanten knapp neun Millionen Euro. Als Gründe für Verzögerungen wurden unter anderem Corona, Auswirkungen des Ukraine-Krieges und ein Wechsel in der Bauleitung genannt.

Das würde ich in einer Bilanz nicht verschweigen.

Große öffentliche Bauprojekte verlaufen nicht immer so, wie man es sich am Anfang wünscht.

Entscheidend war für mich, dass wir trotz aller Schwierigkeiten an dem Ziel festgehalten haben, das Hallenbad als wichtige öffentliche Infrastruktur für Bad Segeberg und die gesamte Region zu erhalten.

Heute steht dort ein energetisch saniertes, technisch modernes und deutlich barrierefreieres Bad.

Aus einem sanierungsbedürftigen Gebäude der 1960er-Jahre ist wieder ein Ort für Schulen, Vereine, Familien, Kinder und Freizeitsport geworden.

Das ist für mich ein Erfolg.

AUCH UNSERE SÜDSTADT HAT SICH VERÄNDERT

Das Hallenbad ist gleichzeitig Teil einer größeren Entwicklung.

Nach 13 Jahren wurde 2025 die Städtebauförderungsmaßnahme Soziale Stadt Südstadt abgeschlossen.

In dieser Zeit wurden unter anderem der Südstadtpark und das WestTor umgestaltet, das Familienzentrum geschaffen, die Barrierefreiheit im Quartier verbessert und weitere Projekte umgesetzt. Für die eigentliche Städtebauförderungsmaßnahme standen rund 3,6 Millionen Euro einschließlich des kommunalen Eigenanteils zur Verfügung. Zusätzlich profitierten unter anderem Hallenbad und Schule am Burgfeld von weiteren Förderprogrammen.

Das zeigt sehr schön, was Stadtentwicklung für mich bedeutet:

Nicht nur einzelne Gebäude betrachten, sondern ganze Quartiere weiterentwickeln.

WACHSTUM BRAUCHT EINEN PLAN

Gleichzeitig müssen wir uns fragen, wie Bad Segeberg insgesamt wachsen und sich verändern soll.

Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept und dem Leitbild „Bad Segeberg 2040“ einen strategischen Rahmen für die kommenden Jahre geschaffen.

Dabei betrachten wir Wohnen nicht isoliert.

Wohnungsbau, Mobilität, Klima, Grünflächen, Bildung, Wirtschaft, Innenstadt, Kultur und soziale Infrastruktur gehören zusammen.

Denn ein neues Wohngebiet funktioniert nicht allein deshalb, weil dort Häuser stehen.

Ein gutes Quartier braucht Infrastruktur und Lebensqualität.

LEBENSQUALITÄT ENDET NICHT AN DER WOHNUNGSTÜR

Genau deshalb heißt dieser Themenblock für mich „Wohnen und Leben“.

Menschen entscheiden sich nicht allein aufgrund einer Wohnung für eine Stadt.

Sie fragen auch:

Wo gehen meine Kinder zur Schule? Gibt es eine Kita? Wo kann ich Sport treiben? Kann mein Kind schwimmen lernen? Wie ist die medizinische Versorgung? Wo kann ich einkaufen? Was kann ich am Wochenende unternehmen? Gibt es Natur und Erholung?

Und Bad Segeberg kann auf all diese Fragen sehr viel bieten.

Wir haben Kitas und Schulen, Sportvereine und Freizeiteinrichtungen, Einzelhandel und Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen.

Als Gesundheitsstandort verfügen wir über eine außergewöhnlich starke medizinische Infrastruktur.

Und gleichzeitig liegen Seen, Wälder und Naherholungsgebiete unmittelbar vor unserer Haustür.

Man kann hier arbeiten, einkaufen, zur Schule gehen, Kultur erleben oder Sport treiben – und wenige Minuten später am See oder im Wald sein.

Das ist Lebensqualität.

EINE STADT FÜR JUNG UND ALT

Mein Ziel bleibt deshalb, Bad Segeberg so weiterzuentwickeln, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen hier gerne leben können.

Junge Menschen sollen nach Ausbildung oder Studium einen Grund haben zurückzukommen.

Familien sollen Wohnraum, Kinderbetreuung, Schulen und Freizeitmöglichkeiten finden.

Ältere Menschen sollen möglichst lange selbstständig und mitten in unserer Stadt leben können.

Und wer neu nach Bad Segeberg kommt, soll möglichst schnell feststellen:

Hier kann ich mir vorstellen zu bleiben.

BAD SEGEBERG IST LEBENS- UND LIEBENSWERT.

Wenn ich auf mein Programm von 2020 zurückblicke, wurde nicht jede einzelne Idee genauso umgesetzt, wie ich sie damals formuliert habe.

Tiny Houses wurden intensiv geprüft, waren aber wirtschaftlich nicht tragfähig.

Foodsharing-Initiativen haben nicht dauerhaft so funktioniert, wie wir gehofft hatten.

Andere Ziele wurden Realität: öffentliches WLAN, neuer und geförderter Wohnraum, barrierefreie und seniorengerechte Wohnangebote und eine langfristige Strategie für die Entwicklung unserer Stadt.

Und darüber hinaus haben wir Dinge umgesetzt, die 2020 in diesem Programmpunkt noch gar nicht standen.

Mit der Sanierung unseres Hallenbades haben wir eine zentrale Sport- und Freizeitinfrastruktur für die nächsten Jahre gesichert. Mit der Entwicklung der Südstadt haben wir gezeigt, dass Stadtentwicklung ganze Quartiere verändern kann.

Manchmal haben sich aus ursprünglichen Ideen andere Lösungen entwickelt.

Genau das gehört für mich zu verantwortungsvoller Politik.

Nicht an einer Idee festhalten, nur weil sie einmal in einem Wahlprogramm stand. Sondern prüfen, ausprobieren, aus Erfahrungen lernen – und dort konsequent handeln, wo es für unsere Stadt sinnvoll ist.

Bad Segeberg ist attraktiv.

Bad Segeberg entwickelt sich.

Und Bad Segeberg ist lebens- und liebenswert.

Denn am Ende geht es bei Stadtentwicklung nicht um Bebauungspläne, Quadratmeter oder Wohneinheiten.

Es geht um Menschen. Es geht um ihr Zuhause. Und es geht darum, dass das Leben in Bad Segeberg auch in Zukunft schön bleibt.

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