JUGEND: MITREDEN. MITMACHEN. MITGESTALTEN.

2020 habe ich einen klaren Anspruch formuliert: Junge Menschen sollen in Bad Segeberg nicht nur Angebote vorfinden, sondern ihre Stadt aktiv mitgestalten können.

Dazu gehören für mich echte Beteiligungsmöglichkeiten, eine starke offene Kinder- und Jugendarbeit, gute soziale Unterstützung und vor allem Orte, an denen junge Menschen willkommen sind und sich treffen können.

Denn wer möchte, dass junge Menschen sich mit ihrer Stadt identifizieren, muss ihnen zuhören, ihnen etwas zutrauen und ihnen Raum geben.

WAS IST DARAUS GEWORDEN?

In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Kinder- und Jugendarbeit in Bad Segeberg an vielen Stellen gestärkt und weiterentwickelt.

Dabei ging es nicht um ein einzelnes Projekt. Wir haben Beteiligung ausgebaut, Personal verstärkt, neue Angebote und Begegnungsorte geschaffen und bestehende Strukturen weiterentwickelt.

DEMOKRATIE LERNT MAN DURCH MITMACHEN

Unser Kinder- und Jugendbeirat ist heute ein aktiver Bestandteil der kommunalpolitischen Arbeit. Seine Mitglieder bringen sich in die Ausschüsse ein, vertreten die Interessen junger Menschen und beteiligen sich an konkreten Themen und Projekten unserer Stadt.

Dabei werden sie nicht allein gelassen. Es gibt einen regelmäßigen Austausch und eine kontinuierliche Unterstützung durch das Hauptamt.

Ein weiteres gutes Beispiel für gelebte Demokratiebildung ist unser inzwischen etabliertes Planspiel „Jugend in der Stadtvertretung“. Junge Menschen erleben dabei unmittelbar, wie kommunalpolitische Entscheidungen entstehen, wie diskutiert und um Mehrheiten gerungen wird und welche Möglichkeiten sie selbst haben, ihre Stadt mitzugestalten.

Für mich ist das weit mehr als politische Bildung im theoretischen Sinne. Demokratie versteht man am besten, wenn man sie selbst erlebt.

OFFENE JUGENDARBEIT GESTÄRKT

Auch unser Jugendzentrum Mühle haben wir in den vergangenen fünf Jahren personell stärken können.

Die Entwicklung der Besucherzahlen zeigt deutlich, dass die Angebote angenommen und gebraucht werden. Deshalb verfolgen wir inzwischen das Ziel, die Mühle als dauerhaften Standort unseres Jugendzentrums zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Damit hat sich auch meine Vorstellung aus dem Jahr 2020 weiterentwickelt. Damals war mein Ziel die Einrichtung eines neuen Jugendzentrums. Heute ist für mich entscheidend, dass Bad Segeberg langfristig über ein starkes, gut ausgestattetes und personell gut aufgestelltes Jugendzentrum verfügt.

Wenn sich zeigt, dass ein bestehender Standort funktioniert und von jungen Menschen angenommen wird, gehört für mich zu guter Politik auch, ursprüngliche Vorstellungen weiterzuentwickeln.

FREIRÄUME FÜR BEGEGNUNG UND KREATIVITÄT

Jugendarbeit findet aber längst nicht nur innerhalb eines Jugendzentrums statt.

Über unser Jugendbüro entstehen immer wieder neue Beteiligungs- und Veranstaltungsformate. Konzerte, sportliche Veranstaltungen oder Sprayer-Aktionen schaffen Möglichkeiten, eigene Interessen zu entdecken, kreativ zu werden und gemeinsam etwas zu erleben.

Dabei geht es für mich auch darum, Jugendlichen Freiräume zu geben: nicht jedes Angebot fertig vorzugeben, sondern Möglichkeiten zu schaffen, in denen eigene Ideen entstehen können.

Ein besonders sichtbares Beispiel dafür ist unser Jugendoutdoortreff am Birkenring. Mit Skateanlage, Basketball, Fitnessmöglichkeiten, Tischtennis, Grillplatz und weiteren Angeboten ist ein eigener Treffpunkt entstanden, an dem Jugendliche ausdrücklich willkommen sind.

Auch unser WortOrt – die Stadtbücherei entwickelt sich als sogenannter „Dritter Ort“ zu einem offenen Treffpunkt mitten in der Stadt: außerhalb von Schule, Arbeit und Zuhause, niedrigschwellig erreichbar und offen für Begegnung, Lernen, Austausch oder einfach dafür, gemeinsam Zeit zu verbringen.

Darüber hinaus haben wir das Jugendcafé finanziell unterstützt. Auch dort finden junge Menschen einen wichtigen Anlaufpunkt und Menschen, die ihnen zuhören und sie begleiten.

Für mich zeigt gerade diese Vielfalt, worauf es ankommt: Es muss nicht den einen Ort und das eine Angebot für alle Jugendlichen geben. Unterschiedliche junge Menschen brauchen unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu treffen, auszuprobieren und Unterstützung zu finden.

MEHR UNTERSTÜTZUNG DORT, WO SIE GEBRAUCHT WIRD

Die Corona-Jahre haben uns besonders deutlich gezeigt, welchen Belastungen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sein können und wie wichtig verlässliche Ansprechpartner sind.

Deshalb haben wir unsere Schulsozialarbeit ausgebaut.

Auch in Zeiten knapper werdender finanzieller Möglichkeiten halten wir daran fest. Die Stundenanteile in der Schulsozialarbeit wurden angepasst und liegen in Bad Segeberg über dem Landesdurchschnitt.

Das ist eine bewusste Entscheidung. Denn Unterstützung für Kinder und Jugendliche darf nicht erst beginnen, wenn Probleme so groß geworden sind, dass andere Systeme eingreifen müssen.

Auch im Bereich Streetwork haben wir personell nachgesteuert, weil uns die Entwicklung gezeigt hat, dass dieser Bedarf besteht. Gerade dort können wir junge Menschen erreichen, die durch klassische Angebote nicht immer erreicht werden.

JUGENDARBEIT IST EINE GEMEINSCHAFTSAUFGABE

Gute Kinder- und Jugendarbeit kann eine Stadtverwaltung nicht allein leisten.

Deshalb hat sich der Runde Tisch Kinder- und Jugendarbeit als fester Bestandteil unserer Arbeit etabliert. Hier kommen unterschiedliche Akteure zusammen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Kenntnisse mit. Dieser Austausch hilft uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Angebote aufeinander abzustimmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

JUNGE MENSCHEN GEHÖREN AN DEN TISCH.

Wenn ich auf mein Programm von 2020 zurückblicke, hat sich mein damaliger Grundgedanke bestätigt:

Eine kinder- und jugendfreundliche Stadt entsteht nicht dadurch, dass Erwachsene entscheiden, was für junge Menschen gut ist. Sie entsteht, wenn wir mit ihnen sprechen und ihnen echte Möglichkeiten geben, sich einzubringen.

Mit einem aktiven Kinder- und Jugendbeirat, dem etablierten Planspiel in der Stadtvertretung, einer personell gestärkten Mühle, unserem Jugendbüro, dem Jugendoutdoortreff, dem WortOrt, der Unterstützung des Jugendcafés, dem Ausbau von Schulsozialarbeit und Streetwork sowie dem Runden Tisch haben wir in den vergangenen fünf Jahren wichtige Strukturen geschaffen und weiterentwickelt.

Damit sind wir nicht fertig. Die Bedürfnisse junger Menschen verändern sich – und unsere Angebote müssen sich mit ihnen verändern können.

Deshalb möchte ich diesen Weg weitergehen: zuhören, beteiligen, unterstützen und gemeinsam mit jungen Menschen die Orte, Freiräume und Angebote schaffen, die sie in Bad Segeberg brauchen.

Denn Bad Segeberg soll nicht nur eine Stadt für junge Menschen sein.

Es soll auch ihre Stadt sein.

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