Sicherheit stärken. Auf Krisen vorbereitet sein.

Sicherheit gehört zu den grundlegenden Aufgaben einer Stadt. Dabei geht es nicht nur darum, wie sicher wir uns im Alltag fühlen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Kommunen auch auf Situationen vorbereitet sein müssen, die lange kaum vorstellbar erschienen: länger andauernde Stromausfälle, Extremwetter, der Ausfall wichtiger Infrastruktur oder andere Krisenlagen. Bad Segeberg soll auch dann handlungsfähig bleiben, wenn gewohnte Strukturen nicht mehr funktionieren.

Wo stehen wir heute?

Als ich 2020 für das Amt des Bürgermeisters kandidiert habe, spielte die Vorbereitung auf größere Krisen in meinem Programm noch keine zentrale Rolle. Die Rahmenbedingungen haben sich seitdem grundlegend verändert.

Der russische Angriff auf die Ukraine, die veränderte Sicherheitslage in Europa, Extremwetterereignisse und die stärkere Beschäftigung mit dem Schutz kritischer Infrastruktur haben auch für Städte und Gemeinden neue Fragen aufgeworfen.

Darauf haben wir in Bad Segeberg reagiert.

Wir haben unsere Krisenstrukturen weiterentwickelt, Vorsorge für den Ausfall wichtiger Infrastruktur getroffen und uns intensiver damit beschäftigt, wie Verwaltung und Hilfsorganisationen auch in außergewöhnlichen Situationen arbeitsfähig bleiben.

Mit dem Rettungsverbund haben wir zudem die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure aus dem Blaulicht- und Hilfsbereich in Bad Segeberg stärker miteinander vernetzt.

Investitionen in Notstromversorgung, Notfallstrukturen und weitere technische Vorsorge gehören ebenso dazu wie Übungen, Planungen und die Zusammenarbeit mit Kreis, Land und den zuständigen Sicherheitsbehörden.

Krisenvorsorge bedeutet für mich dabei nicht, Angst zu verbreiten. Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, bevor etwas passiert.

Was möchte ich bis 2033 erreichen?

Mein Ziel ist, Bad Segeberg so aufzustellen, dass unsere Stadt auch in außergewöhnlichen Situationen möglichst lange handlungsfähig bleibt und die Menschen wissen, wo sie Unterstützung und Informationen erhalten können.

Dabei kann eine Stadt nicht jedes denkbare Szenario allein bewältigen. Katastrophenschutz und Zivilschutz sind Aufgaben verschiedener staatlicher Ebenen, und viele Entscheidungen liegen bei Kreis, Land oder Bund.

Aber wir können vor Ort unsere Hausaufgaben machen.

Dazu gehört, dass wichtige Einrichtungen arbeitsfähig bleiben, Kommunikationswege vorbereitet sind, Verantwortlichkeiten bekannt sind und Verwaltung, Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei und weitere Hilfsorganisationen ihre Planungen miteinander abstimmen.

Gleichzeitig geht es um Sicherheit im Alltag. Eine Stadt muss sauber, geordnet und ansprechbar sein und auf Probleme im öffentlichen Raum reagieren.

Sicherheit und Krisenvorsorge gehören für mich deshalb zu einer verantwortungsvollen Stadtentwicklung.

Was möchte ich konkret anpacken?

  • Die Krisenvorsorge systematisch weiterentwickeln.
    Bestehende Planungen müssen regelmäßig überprüft und an neue Gefahrenlagen und Erkenntnisse angepasst werden. Krisenvorsorge ist kein Konzept, das einmal geschrieben und anschließend abgeheftet werden kann.
  • Notstromversorgung und technische Vorsorge weiter ausbauen.
    Wir müssen festlegen, welche städtischen Einrichtungen im Krisenfall besonders wichtig sind und wie deren Funktionsfähigkeit möglichst lange gesichert werden kann.
  • Anlaufstellen für die Bevölkerung vorbereiten.
    Wenn Strom, Mobilfunk oder Internet ausfallen, brauchen Menschen Orte, an denen sie Informationen und Unterstützung erhalten können. Solche Anlaufstellen müssen vorbereitet, ausgestattet und bekannt sein.
  • Notfallversorgung mit Wasser im Blick behalten.
    Auch die Sicherung der Wasserversorgung und vorhandene Notfallmöglichkeiten müssen Bestandteil unserer Vorsorge bleiben.
  • Den Rettungsverbund weiter stärken.
    Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei, Hilfsorganisationen und Verwaltung müssen sich nicht erst im Ernstfall kennenlernen. Den begonnenen Austausch möchte ich verstetigen und gemeinsame Übungen und Abstimmungen weiterentwickeln.
  • Unsere Freiwillige Feuerwehr leistungsfähig halten.
    Die Feuerwehr ist nicht nur für Brandbekämpfung und technische Hilfe unverzichtbar, sondern auch eine zentrale Säule unserer Krisenvorsorge. Moderne Technik, Fahrzeuge, Ausstattung und gute räumliche Bedingungen bleiben deshalb eine dauerhafte Aufgabe.
  • Krisenkommunikation verbessern.
    Im Ernstfall müssen verlässliche Informationen schnell bei den Menschen ankommen – auch wenn digitale Kommunikationswege nur eingeschränkt funktionieren. Dafür brauchen wir vorbereitete und unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten.
  • Die Bevölkerung stärker informieren.
    Krisenvorsorge funktioniert besser, wenn auch Bürgerinnen und Bürger wissen, was sie selbst tun können. Informationen über Vorsorge, Warnsysteme und Anlaufstellen möchte ich deshalb verständlich und ohne Alarmismus vermitteln.
  • Sicherheit im öffentlichen Raum im Blick behalten.
    Auch jenseits größerer Krisen möchte ich, dass sich Menschen in Bad Segeberg sicher fühlen. Dafür braucht es eine handlungsfähige Ordnungsverwaltung, eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei und ein schnelles Reagieren auf konkrete Problemlagen.

Woran soll man den Fortschritt erkennen?

Bei Krisenvorsorge gibt es einen besonderen Maßstab: Im besten Fall brauchen wir viele der vorbereiteten Strukturen niemals.

Trotzdem muss überprüfbar sein, ob sie funktionieren würden.

Bis 2033 möchte ich erreichen, dass für zentrale städtische Einrichtungen klare Notfallplanungen bestehen, notwendige technische Vorsorge weiter ausgebaut wurde und Anlaufstellen für die Bevölkerung vorbereitet sind.

Verwaltung und Hilfsorganisationen sollen regelmäßig zusammenarbeiten und üben. Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege müssen auch für außergewöhnliche Situationen klar sein.

Gleichzeitig möchte ich, dass die Menschen besser wissen, wo sie im Krisenfall Informationen und Unterstützung erhalten.

Vorbereitet zu sein bedeutet nicht, mit dem Schlimmsten zu rechnen. Es bedeutet, auch dann Verantwortung übernehmen zu können, wenn das Unerwartete eintritt.

Was haben wir bereits erreicht?

Wir beginnen auch hier nicht bei null. In den vergangenen Jahren haben wir Krisenstrukturen aufgebaut und weiterentwickelt, den Rettungsverbund ins Leben gerufen und in Notstromversorgung und weitere Vorsorgemaßnahmen investiert.

Wir haben die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und anderen staatlichen Ebenen intensiviert und uns systematischer mit der Frage beschäftigt, wie Bad Segeberg auch in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig bleiben kann.

Vieles davon war 2020 noch nicht Bestandteil meiner ursprünglichen Ziele. Gerade deshalb gehört es für mich zu einer ehrlichen Bilanz und zu den Aufgaben, die wir in den kommenden Jahren konsequent weiterverfolgen müssen.

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