2020 habe ich in meinem Programm einen klaren Anspruch formuliert: Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind auch kommunale Aufgaben.
Eine Stadt allein wird den Klimawandel nicht aufhalten. Aber auch wir tragen Verantwortung dafür, wie wir mit Energie und Ressourcen umgehen, wie wir unsere Natur schützen und wie wir Bad Segeberg auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.
Mein Ziel war deshalb, den Klimaschutz konsequent weiterzuentwickeln und ihn gleichzeitig ganz praktisch in unserem kommunalen Handeln zu verankern.
WAS IST DARAUS GEWORDEN?
In den vergangenen fünf Jahren haben wir aus vielen Zielen konkrete Maßnahmen gemacht und gleichzeitig Strukturen geschaffen, mit denen Klimaschutz und Klimaanpassung langfristig Bestandteil unserer Stadtentwicklung bleiben.
2023 hat die Stadtvertretung unseren Klimaschutzleitfaden beschlossen. Er gibt uns einen konkreten Rahmen für die weitere Umsetzung und wird regelmäßig hinsichtlich seines Umsetzungsstandes überprüft.
Das langfristige Ziel bleibt dabei klar: Bad Segeberg klimaneutral weiterzuentwickeln.
KLIMASCHUTZ BRAUCHT MENSCHEN, DIE SICH DARUM KÜMMERN.
Deshalb haben wir Klimaschutz auch personell in unserer Verwaltung verankert.
Neben unserem Klimaschutzmanagement schaffen wir zusätzliche Kompetenz für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Denn selbst wenn wir unsere Klimaschutzziele erreichen, werden wir uns mit steigenden Temperaturen, Trockenperioden, Starkregen und anderen Folgen eines sich verändernden Klimas auseinandersetzen müssen.
Deshalb arbeiten wir daran, ein Klimafolgenanpassungskonzept für Bad Segeberg auf den Weg zu bringen.
Damit betrachten wir künftig beide Seiten: Wie können wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten – und wie müssen wir unsere Stadt verändern, damit sie mit den bereits eintretenden Folgen des Klimawandels umgehen kann?
VON PHOTOVOLTAIK BIS STRASSENBELEUCHTUNG
Klimaschutz muss sich aber auch ganz konkret im Stadtbild und bei unseren eigenen Liegenschaften zeigen.
Wir haben Photovoltaik auf städtischen Gebäuden umgesetzt und treiben die energetische Weiterentwicklung unserer Gebäude voran.
Unsere Straßenbeleuchtung wird vollständig auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. Gleichzeitig schaffen wir mit unserer digitalen Infrastruktur die Voraussetzungen dafür, Beleuchtung künftig noch intelligenter und bedarfsgerechter steuern zu können.
Gemeinsam mit der EWS treiben wir außerdem den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität voran.
Mein Grundsatz dabei ist einfach: Dort, wo die Stadt selbst Einfluss nehmen kann, sollte sie auch selbst handeln.
WÄRMEVERSORGUNG VON MORGEN
Mit unserer kommunalen Wärmeplanung haben wir darüber hinaus erstmals einen strategischen Fahrplan dafür entwickelt, wie die Wärmeversorgung der gesamten Stadt langfristig klimaneutral gestaltet werden kann.
Gemeinsam mit Fachbüros und in enger Abstimmung mit unserer Energieversorgung wurde untersucht, wo beispielsweise Wärmenetze sinnvoll sein können, welche erneuerbaren Wärmequellen genutzt werden können und welche Lösungen in unterschiedlichen Teilen unserer Stadt geeignet sind.
Damit schaffen wir Orientierung für eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre.
MEHR GRÜN. MEHR NATUR. MEHR KLIMAANPASSUNG.
Klimaschutz bedeutet für mich aber nicht nur CO₂ einzusparen.
Wir haben in den vergangenen Jahren Blühwiesen angelegt, neue Bäume gepflanzt und zusätzliche Lebensräume für Insekten geschaffen. Begrünte Dächer an neuen Bushaltestellen, Blumenzwiebelpflanzungen und weitere Maßnahmen ergänzen diese Arbeit.
Beim Baumbestand verfolgen wir dabei einen klaren Anspruch: Für einen Baum, der aufgrund seines Alters, einer Erkrankung oder aus anderen zwingenden Gründen entnommen werden muss, sollen zwei neue Bäume in Bad Segeberg gepflanzt werden.
Denn Bäume sind nicht nur schön. Sie spenden Schatten, verbessern das Stadtklima, binden CO₂ und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten.
Auch den Schutz unserer Gewässer wollen wir weiter stärken. Bereits umgesetzte Maßnahmen werden wir fortführen und neue Projekte entwickeln, denn unsere Seen und Gewässer gehören zu den wertvollsten natürlichen Ressourcen unserer Stadt.
RADVERKEHR SCHRITT FÜR SCHRITT VERBESSERN
Bereits 2020 habe ich die Stärkung des Radverkehrs zu einem meiner Ziele gemacht.
Auch hier haben wir in den vergangenen Jahren investiert.
Wir haben zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen und an mehreren zentralen Standorten Fahrrad-Reparatur- und Ladestationen eingerichtet.
Bei Straßen- und Infrastrukturprojekten denken wir den Rad- und Fußverkehr inzwischen konsequent mit. Das zeigt sich beispielsweise bei der Unterführung am Landratspark oder bei der Umgestaltung der Furten entlang der Ziegelstraße.
Auch bei neuen kommunalen Gebäuden und größeren Planungen müssen sichere und praktikable Möglichkeiten für den Radverkehr heute selbstverständlich mitgedacht werden.
Mit dem jährlichen STADTRADELN machen wir darüber hinaus sichtbar, wie viele Wege auch im Alltag mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können.
DER MÄNGELMELDER – EIN VERSPRECHEN VON 2020 IST ALLTAG GEWORDEN
Ein sehr konkretes Ziel meines Programms von 2020 war die Einführung einer digitalen Möglichkeit, über die Bürgerinnen und Bürger Verschmutzungen, Beschädigungen oder andere Mängel im Stadtgebiet unkompliziert melden können.
Diese Möglichkeit gibt es heute.
Der digitale Mängelmelder ist seit mehreren Jahren etabliert und wird von den Bürgerinnen und Bürgern intensiv genutzt.
Damit ist aus einer damaligen Idee ein ganz alltägliches Instrument geworden: Problem entdecken, digital melden und damit dafür sorgen, dass die Verwaltung reagieren kann.
Für mich ist das gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammengehören können – unkompliziert, bürgernah und praktisch.
ANPACKEN STATT WEGSCHAUEN
Umweltschutz funktioniert aber nicht allein durch Verwaltung und Politik.
Deshalb beteiligen wir uns regelmäßig an gemeinsamen Müllsammelaktionen und bringen Bürgerinnen und Bürger, Vereine und weitere Akteure zusammen, um öffentliche Flächen von Müll zu befreien.
Dabei geht es nicht nur um einige gefüllte Müllsäcke.
Es geht auch darum, gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen.
KLIMASCHUTZ UND KLIMAANPASSUNG GEHÖREN ZUSAMMEN.
Wenn ich auf mein Programm von 2020 zurückblicke, ist aus einem allgemeinen Ziel inzwischen ein breites Bündel konkreter Maßnahmen geworden:
Klimaschutzleitfaden und Wärmeplanung, Photovoltaik und LED-Beleuchtung, Ladeinfrastruktur und Radverkehr, Blühwiesen und Baumpflanzungen, Gewässerschutz und Müllsammelaktionen, Mängelmelder und die Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels.
Aber auch hier gilt: Wir sind nicht fertig.
Die nächsten Jahre werden zunehmend davon geprägt sein, unsere Stadt an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Hitze, Starkregen, Trockenheit und der Schutz unserer natürlichen Ressourcen werden bei zukünftigen Entscheidungen eine immer größere Rolle spielen.
Deshalb möchte ich den eingeschlagenen Weg weitergehen: pragmatisch, wirksam und gemeinsam.
Nicht jede Maßnahme muss spektakulär sein. Entscheidend ist, dass viele einzelne Maßnahmen am Ende in dieselbe Richtung führen.
Bad Segeberg soll eine Stadt bleiben, in der auch kommende Generationen gerne und gut leben können.


